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Jetzt kann der «Dschungel» geräumt werden

Es ist den französischen Behörden ein Dorn im Auge: Das Flüchtlingslager in Calais. Ein Gericht billigt nun die Räumung – mit unerwarteter Begründung.

Bereits seit dem Frühling werden Teile des Lagers geräumt: Flüchtlinge nach einer Räumungskation. (12. März 2016)
Bereits seit dem Frühling werden Teile des Lagers geräumt: Flüchtlinge nach einer Räumungskation. (12. März 2016)
Thibault Vandermersch, Keystone
Dagegen gab es starke Proteste: Ein vermummter Iraner, der sich die Lippen zugenäht hat. (3.März 2016)
Dagegen gab es starke Proteste: Ein vermummter Iraner, der sich die Lippen zugenäht hat. (3.März 2016)
Michel Spingler, Keystone
Bei der Räumung kamen auch Bulldozer zum Einsatz.
Bei der Räumung kamen auch Bulldozer zum Einsatz.
Carl Court/Getty Images
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Ein französisches Gericht hat die geplante Räumung des Flüchtlingslagers im nordfranzösischen Calais gebilligt. Das Verwaltungsgericht der Stadt Lille lehnte am Dienstag einen Eilantrag von elf Hilfsorganisationen gegen die anstehende Auflösung des sogenannten Dschungels ab.

Die Räumung des Lagers als solche sei kein Verstoss gegen das Verbot von «unmenschlicher und entwürdigender Behandlung» von Menschen, argumentierte das Gericht. Vielmehr ziele die Auflösung des Lagers unter anderem darauf ab, eine solche Behandlung von Flüchtlingen zu beenden.

Die französischen Behörden wollen das am Ärmelkanal gelegene Lager, in dem nach unterschiedlichen Angaben zwischen 6000 und 10'000 Flüchtlinge ausharren, bald räumen. Die Flüchtlinge sollen in Unterkünfte im ganzen Land verteilt werden.

«Eine Frage von Tagen»

Die Regierung in Paris spricht angesichts der miserablen Zustände im «Dschungel» von einer «humanitären» Notwendigkeit. Viele Flüchtlinge wollen aber nicht in andere französische Regionen gebracht werden – ihr Ziel ist es, heimlich nach Grossbritannien zu gelangen.

Innenminister Bernard Cazeneuve sprach am Dienstag von «harten Verhandlungen» mit Grossbritannien, die aber «sehr positiv» voranschreiten würden. Der Zeitpunkt der Räumung sei nun «eine Frage von Tagen». Nachdem zunächst der vergangene Montag als möglicher Termin gegolten hatte, ist nun vom kommenden Montag die Rede.

SDA/hvw

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