Zum Hauptinhalt springen

Janukowitsch will verhandeln

Während die Opposition bei Schneefall und Minustemperaturen protestiert, sucht der ukrainische Präsident Janukowitsch den Dialog: Er schickt morgen eine hohe Delegation nach Brüssel.

rbi
Rund 200'000 Menschen demonstrieren für den proeuropäischen Weg: Laserlicht über den Pro-Europa-Demonstranten in Kiew. (15. Dezember 2013)
Rund 200'000 Menschen demonstrieren für den proeuropäischen Weg: Laserlicht über den Pro-Europa-Demonstranten in Kiew. (15. Dezember 2013)
Dmitry Lovetsky, Keystone
Die Opposition wird sich mit Präsident Janukowitsch treffen: Ein Demonstrant im Zentrum Kiews. (12. Dezember 2013)
Die Opposition wird sich mit Präsident Janukowitsch treffen: Ein Demonstrant im Zentrum Kiews. (12. Dezember 2013)
AFP
Will sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen lassen: Witali Klitschko spricht zur Opposition. (8. Dezember 23013)
Will sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen lassen: Witali Klitschko spricht zur Opposition. (8. Dezember 23013)
Reuters
Die Opposition geht nicht auf Janukowitschs Gesprächsangebot ein: Zwei Demonstranten im Zentrum von Kiew. (11. Dezember 2013)
Die Opposition geht nicht auf Janukowitschs Gesprächsangebot ein: Zwei Demonstranten im Zentrum von Kiew. (11. Dezember 2013)
Keystone
Die Polizei rückte gegen Tausende Regierungsgegner vor, drängte sie zurück und räumte Barrikaden. (11. Dezember 2013)
Die Polizei rückte gegen Tausende Regierungsgegner vor, drängte sie zurück und räumte Barrikaden. (11. Dezember 2013)
AFP
«Mit dem, was in der vergangenen Nacht passiert ist, hat Janukowitsch den Weg zu jeder Art von Kompromissen versperrt»: Der oppositionelle Boxprofi Witali Klitschko spricht durch ein Megafon mit der Polizei. (11. Dezember 2013)
«Mit dem, was in der vergangenen Nacht passiert ist, hat Janukowitsch den Weg zu jeder Art von Kompromissen versperrt»: Der oppositionelle Boxprofi Witali Klitschko spricht durch ein Megafon mit der Polizei. (11. Dezember 2013)
AFP
Demonstranten werfen während der Zusammenstösse Wasser auf Polizisten. (11. Dezember 2013)
Demonstranten werfen während der Zusammenstösse Wasser auf Polizisten. (11. Dezember 2013)
Keystone
Eisige Kälte: Der Unabhängigkeitsplatz in Kiew steht im Fokus der Auseinandersetzung. (11. Dezember 2013)
Eisige Kälte: Der Unabhängigkeitsplatz in Kiew steht im Fokus der Auseinandersetzung. (11. Dezember 2013)
Keystone
Barrikaden geräumt: Einsatzkräfte ziehen auf den Unabhängigkeitsplatz im Zentrum von Kiew. (11. Dezember 2013)
Barrikaden geräumt: Einsatzkräfte ziehen auf den Unabhängigkeitsplatz im Zentrum von Kiew. (11. Dezember 2013)
Reuters
Stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die Polizei stürmt das Zentrum von Kiew. (11. Dezember 2013)
Stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die Polizei stürmt das Zentrum von Kiew. (11. Dezember 2013)
Reuters
Führten ein mehrstündiges Krisengespräch: Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton und der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch. (10. Dezember 2013)
Führten ein mehrstündiges Krisengespräch: Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton und der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch. (10. Dezember 2013)
AFP
Als Zeichen der Solidarität mit den proeuropäischen Demonstranten in der Ukraine begab sich die EU-Chefdiplomatin später mit dem Oppositionsführer Arseniy Yatsenyuk zum Unabhängigkeitsplatz im Zentrum von Kiew. (10. Dezember 2013)
Als Zeichen der Solidarität mit den proeuropäischen Demonstranten in der Ukraine begab sich die EU-Chefdiplomatin später mit dem Oppositionsführer Arseniy Yatsenyuk zum Unabhängigkeitsplatz im Zentrum von Kiew. (10. Dezember 2013)
AFP
Harren bei Minustemperaturen und Schneefall aus: Anhänger der ukrainischen Opposition. (10. Dezember 2013)
Harren bei Minustemperaturen und Schneefall aus: Anhänger der ukrainischen Opposition. (10. Dezember 2013)
AFP
Der Druck nimmt zu: Polizisten drängen die Demonstranten zurück. (10. Dezember 2013)
Der Druck nimmt zu: Polizisten drängen die Demonstranten zurück. (10. Dezember 2013)
Reuters
Erneut eskaliere die Gewalt: Demonstranten und Polizisten geraten im verschneiten Kiew aneinander. (9. Dezember 2013)
Erneut eskaliere die Gewalt: Demonstranten und Polizisten geraten im verschneiten Kiew aneinander. (9. Dezember 2013)
Reuters
Angst vor Ausschreitungen: Ein Demonstrant spricht in Kiew mit Polizisten. (9. Dezember 2013)
Angst vor Ausschreitungen: Ein Demonstrant spricht in Kiew mit Polizisten. (9. Dezember 2013)
Reuters
Ein Vermummter schlägt mit dem Vorschlaghammer auf die Lenin-Statue ein. (8. Dezember 2013)
Ein Vermummter schlägt mit dem Vorschlaghammer auf die Lenin-Statue ein. (8. Dezember 2013)
(AP Photo/Alexander Zemlianichenko), Keystone
Gegen die Polizei anspielen: Ein Demonstrant spielt vor einer Polizeiblockade Klavier. (8. Dezember 2013)
Gegen die Polizei anspielen: Ein Demonstrant spielt vor einer Polizeiblockade Klavier. (8. Dezember 2013)
Shaun Walker/Twitter
Fordert den Präsidenten zum Rücktritt auf: Witali Klitschko hält eine Rede auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. (8. Dezember 2013
Fordert den Präsidenten zum Rücktritt auf: Witali Klitschko hält eine Rede auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. (8. Dezember 2013
EPA/Anatoly Maltsev
Las eine Botschaft ihrer Mutter vor: Eugenie Timoschenko, die Tochter der inhaftierten Ex-Regierungschefin, auf dem Maidan-Platz. (8. Dezember 2013)
Las eine Botschaft ihrer Mutter vor: Eugenie Timoschenko, die Tochter der inhaftierten Ex-Regierungschefin, auf dem Maidan-Platz. (8. Dezember 2013)
AP Photo/Ivan Sekretarev
Kein Ärger: Eine proeuropäische Aktivistin neben der Polizeiblockade vor dem Präsidentenbüro in Kiew. (8. Dezember 2013)
Kein Ärger: Eine proeuropäische Aktivistin neben der Polizeiblockade vor dem Präsidentenbüro in Kiew. (8. Dezember 2013)
AP Photo/Efrem Lukatsky
Die Demonstranten rufen «Europa»: Der Unabhängigkeitsplatz in Kiew. (8. Dezember 2013)
Die Demonstranten rufen «Europa»: Der Unabhängigkeitsplatz in Kiew. (8. Dezember 2013)
Sergej Ponomarew/Twitter
«Marsch der Millionen»: Demonstranten schwenken in Kiew europäische Flaggen. (8. Dezember 2013)
«Marsch der Millionen»: Demonstranten schwenken in Kiew europäische Flaggen. (8. Dezember 2013)
Keystone
Wollte die ukrainische Regierung mit einem Misstrauensvotum stürzen: Oppositionsführer Oleh Tyahnybok. (3. Dezember 2013)
Wollte die ukrainische Regierung mit einem Misstrauensvotum stürzen: Oppositionsführer Oleh Tyahnybok. (3. Dezember 2013)
Reuters
Hier soll sich einmal mehr das Schicksal der Ex-Sowjetrepublik entscheiden: Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. (2. Dezember 2013)
Hier soll sich einmal mehr das Schicksal der Ex-Sowjetrepublik entscheiden: Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. (2. Dezember 2013)
Keystone
Hat wieder in Brüssel angerufen: Wiktor Janukowitsch im Gespräch mit russischen und ukrainischen Journalisten. (2. Dezember 2013)
Hat wieder in Brüssel angerufen: Wiktor Janukowitsch im Gespräch mit russischen und ukrainischen Journalisten. (2. Dezember 2013)
AFP
Kampf gegen schweres Geschütz: Soldaten bringen sich vor dem Präsidentensitz in Stellung. (1.Dezember 2013)
Kampf gegen schweres Geschütz: Soldaten bringen sich vor dem Präsidentensitz in Stellung. (1.Dezember 2013)
Reuters
Die Protestierenden lassen sich nicht aus der Innenstadt vertreiben und...
Die Protestierenden lassen sich nicht aus der Innenstadt vertreiben und...
Reuters
...errichten aufwendige Absperrungen.
...errichten aufwendige Absperrungen.
Reuters
Die Stadtverwaltung ist in der Hand der Demonstranten. Ihre Stellung halten sie auch über Nacht.
Die Stadtverwaltung ist in der Hand der Demonstranten. Ihre Stellung halten sie auch über Nacht.
Keystone
Auseinandersetzungen bis am späten Abend: Ein Demonstrant geht mit Pfefferspray und Kette auf Polizisten los. (1. Dezember 2013)
Auseinandersetzungen bis am späten Abend: Ein Demonstrant geht mit Pfefferspray und Kette auf Polizisten los. (1. Dezember 2013)
Reuters
Die Situation eskaliert: Demonstranten versuchen, mit einem Radlader Absperrungen zu durchbrechen. (1. Dezember 2013)
Die Situation eskaliert: Demonstranten versuchen, mit einem Radlader Absperrungen zu durchbrechen. (1. Dezember 2013)
Keystone
Versuchen, in den Präsidentenpalast vorzudringen: Demonstranten in Kiew. (1. Dezember 2013)
Versuchen, in den Präsidentenpalast vorzudringen: Demonstranten in Kiew. (1. Dezember 2013)
Reuters
Dutzende Polizisten und Demonstranten wurden verletzt: Ein Mann geht mit einer Kette auf Polizisten los. (1. Dezember 2013)
Dutzende Polizisten und Demonstranten wurden verletzt: Ein Mann geht mit einer Kette auf Polizisten los. (1. Dezember 2013)
Keystone
Widersetzten sich dem Demonstrationsverbot: Ein Mann schwenkt im Herzen von Kiew die ukrainische Flagge. (1. Dezember 2013)
Widersetzten sich dem Demonstrationsverbot: Ein Mann schwenkt im Herzen von Kiew die ukrainische Flagge. (1. Dezember 2013)
Keystone
Protest mit Nachdruck: Maskierte versuchen, sich Zutritt zu einem Regierungsgebäude zu verschaffen. (1. Dezember 2013)
Protest mit Nachdruck: Maskierte versuchen, sich Zutritt zu einem Regierungsgebäude zu verschaffen. (1. Dezember 2013)
Reuters
«Wir wollen Europa und Freiheit»: Demonstranten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. (1. Dezember 2013)
«Wir wollen Europa und Freiheit»: Demonstranten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. (1. Dezember 2013)
Keystone
Macht deutlich, was sie von Präsident Janukowitsch hält: Eine Femen-Aktivistin. (1. Dezember 2013)
Macht deutlich, was sie von Präsident Janukowitsch hält: Eine Femen-Aktivistin. (1. Dezember 2013)
Keystone
Warnt vor einem Polizeistaat: Oppositionspolitiker und Ex-Boxer Witali Klitschko in Kiew. (29. November 2013)
Warnt vor einem Polizeistaat: Oppositionspolitiker und Ex-Boxer Witali Klitschko in Kiew. (29. November 2013)
Keystone
«Sie schlugen alle – alte Menschen, Mädchen, sogar ein Kind»: Die Polizei blockiert Demonstranten in Kiew. (30. November 2013)
«Sie schlugen alle – alte Menschen, Mädchen, sogar ein Kind»: Die Polizei blockiert Demonstranten in Kiew. (30. November 2013)
Reuters
Höchste Sicherheitsvorkehrungen: Eine Einheit des Innenministeriums sichert den Unabhängigkeitsplatz im Zentrum Kiews. (30. November 2013)
Höchste Sicherheitsvorkehrungen: Eine Einheit des Innenministeriums sichert den Unabhängigkeitsplatz im Zentrum Kiews. (30. November 2013)
Keystone
Die Polizei greift mit Härte durch: Ein verletzter Demonstrant in Kiew. (30. November 2013)
Die Polizei greift mit Härte durch: Ein verletzter Demonstrant in Kiew. (30. November 2013)
Keystone
Kämpft gegen Präsident Janukowitsch: Ein Mann demonstriert vor dem St. Michaelskloster in Kiew. (30. Dezember 2013)
Kämpft gegen Präsident Janukowitsch: Ein Mann demonstriert vor dem St. Michaelskloster in Kiew. (30. Dezember 2013)
AFP
Die Farben der Revolution? Eine junge Ukrainerin hat ihre Haare mit Bändern in den Farben der ukrainischen Nationalflagge dekoriert. (30. November 2013)
Die Farben der Revolution? Eine junge Ukrainerin hat ihre Haare mit Bändern in den Farben der ukrainischen Nationalflagge dekoriert. (30. November 2013)
AP Photo
Die Polizei ging mit Gewalt vor: Zusammenstoss zwischen Polizei und Demonstranten. (30. November 2013)
Die Polizei ging mit Gewalt vor: Zusammenstoss zwischen Polizei und Demonstranten. (30. November 2013)
Reuters
Für die Integration in die EU: Demonstranten vor dem St. Michaelskloster in Kiew. (30. November 2013)
Für die Integration in die EU: Demonstranten vor dem St. Michaelskloster in Kiew. (30. November 2013)
Reuters
Fordern den Rücktritt Janukowitschs: Demonstranten in Kiew. (29. November 2013)
Fordern den Rücktritt Janukowitschs: Demonstranten in Kiew. (29. November 2013)
AFP
Proeuropäische Ukrainer: Eine Frau hält bei einem Oppositionstreffen in Kiew eine EU-Flagge. (26. November 2013)
Proeuropäische Ukrainer: Eine Frau hält bei einem Oppositionstreffen in Kiew eine EU-Flagge. (26. November 2013)
AFP
Gegen die Abkehr von Europa: Demonstranten in Kiew. (24. November 2013)
Gegen die Abkehr von Europa: Demonstranten in Kiew. (24. November 2013)
AP Photo
Knüppel und Gas: Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten. (24. November 2013)
Knüppel und Gas: Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten. (24. November 2013)
Reuters
Gegen Präsident Janukowitsch: Ein Demonstrant in Kiew. (24. November 2013)
Gegen Präsident Janukowitsch: Ein Demonstrant in Kiew. (24. November 2013)
Reuters
Proteste nicht nur in Kiew: Demonstranten in der westukrainischen Stadt Lwiw. (24. November 2013)
Proteste nicht nur in Kiew: Demonstranten in der westukrainischen Stadt Lwiw. (24. November 2013)
AFP
Für Europa: Ein Demonstrant mit der EU-Flagge in Kiew. (24. November 2013)
Für Europa: Ein Demonstrant mit der EU-Flagge in Kiew. (24. November 2013)
AFP
Einsatz von Tränengas: Eine Auseinandersetzung zwischen Polizisten und Demonstranten in Kiew. (24. November 2013)
Einsatz von Tränengas: Eine Auseinandersetzung zwischen Polizisten und Demonstranten in Kiew. (24. November 2013)
AP Photo
Grosse Hoffnung auf Europa: Demonstranten in Kiew. (24. November 2013)
Grosse Hoffnung auf Europa: Demonstranten in Kiew. (24. November 2013)
AFP
1 / 57

Nach neuen Ausschreitungen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in Kiew bemüht sich die ukrainische Regierung offenbar um eine Verhandlungslösung. Präsident Viktor Janukowitsch kündigte heute an, eine hohe Delegation werde vermutlich morgen zu Beratungen mit der EU-Kommission nach Brüssel reisen.

Die Sicherheitskräfte hatten in den frühen Morgenstunden Regierungsgegner vor dem Sitz des Präsidenten im Zentrum der Hauptstadt vertrieben. Sie setzten Schlagstöcke ein. Nach Angaben der oppositionellen Freiheitspartei wurden mindestens zehn Demonstranten verletzt. Mehrere von ihnen hätten gebrochene Arme oder Beine, sagte ein Abgeordneter der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der Behörden wurden auch zwei Polizisten verletzt.

Die Regierungsgegner hatten Barrikaden vor den Parlaments- und Präsidentschaftsgebäuden errichtet, die inzwischen vollständig abgeräumt wurden. Auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) harrten heute hingegen weiterhin mehrere hundert Oppositionsanhänger aus – bei Schneefall und Temperaturen von minus sieben Grad.

«Es gibt Schuldige auf beiden Seiten»

Im Bemühen um einen Ausweg aus der dramatischen politischen Krise traf sich Janukowitsch mit seinen Amtsvorgängern Leonid Krawtschuk, Leonid Kutschma und Viktor Juschtschenko. Im Anschluss verurteilte er Aufrufe zur Revolution aus den Reihen der Opposition als «Bedrohung für die nationale Sicherheit».

Allerdings bat Janukowitsch die Staatsanwaltschaft nach eigenen Worten auch, einige der in Kiew festgenommenen Demonstranten wieder freizulassen, und deutete eine Mitverantwortung der Sicherheitskräfte an der Gewalt an: «Es gibt Schuldige auf beiden Seiten.»

Zwei georgische Fernsehjournalisten wurden indes nach Angaben ihres Senders Tabula wegen angeblicher «Beteiligung an regierungsfeindlichen Krawallen» des Landes verwiesen.

Opposition lehnt Gesprächsangebot ab

Mit welchem genauen Auftrag und Ziel die Delegation nach Brüssel reisen soll, blieb heute zunächst offen. Janukowitsch hatte die Vorbereitungen für ein lange geplantes Assoziierungsabkommen mit der EU Ende November überraschend gestoppt, und damit die Massenproteste ausgelöst.

Die Opposition wirft ihm vor, statt der geforderten Hinwendung zum Westen die Anbindung an Russland einzuleiten. Sie verlangt den Rücktritt der Regierung.

Angebote des Präsidenten zu Gesprächen am runden Tisch lehnte Oppositionsführer Arseni Jazenjuk am Dienstag kategorisch ab. «Ein runder Tisch passt nicht in eine viereckige Gefängniszelle», sagte er mit Blick auf die inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

Ashton begibt sich zum Unabhängigkeitsplatz

Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton führte heute in Kiew ein mehrstündiges Krisengespräch mit Janukowitsch. Bei dem dreieinhalbstündigen Treffen seien «alle relevanten Themen angesprochen worden», erklärte Ashtons Sprecherin über den Kurznachrichtendienst Twitter. Als Zeichen der Solidarität mit den pro-europäischen Demonstranten in der Ukraine begab sich die EU-Chefdiplomatin später zum Unabhängigkeitsplatz im Zentrum von Kiew.

Der für Nachbarschaftspolitik zuständige EU-Kommissar Stefan Füle sicherte der Ukraine Unterstützung auf dem Weg in die Modernisierung zu. «Wir wollen auch den Dialog mit Russland weiternutzen um klarzustellen, dass unser Abkommen mit der Ukraine in keiner Weise russische Interessen verletzt», sagte er in Strassburg.

Mit den drei Oppositionsführern Jazenjuk, dem Box-Weltmeister Vitali Klitschko und dem Rechtspopulisten Oleg Tiagnibok traf sich heute bereits die Europabeauftragte der US-Regierung, Victoria Nuland. Auch sie kündigte noch ein Gespräch mit Janukowitsch an. Vor ihrer Abreise hatte US-Vizepräsident Joe Biden in einem Telefonat mit Janukowitsch für eine Entschärfung der Lage geworben. «Biden sagte, dass Gewalt in demokratischen Gesellschaften keinen Platz hat», erklärte die US-Regierung.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch