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«Ja, wir haben sein Gesuch erhalten»

Der NSA-Enthüller hat nun offiziell um politisches Asyl in Russland ersucht – allerdings nur um vorübergehendes. Der Antrag wird innerhalb von maximal drei Monaten bearbeitet.

Der Grüne Hans-Christian Ströbele traf sich Ende Oktober mit Whistleblower Edward Snowden. Aber viele EU-Abgeordnete fürchten sich vor dem Zorn der USA.
Der Grüne Hans-Christian Ströbele traf sich Ende Oktober mit Whistleblower Edward Snowden. Aber viele EU-Abgeordnete fürchten sich vor dem Zorn der USA.
Hans-Christian Ströbele Office, Keystone
Floh nach seinen Enthüllungen nach Russland: Edward Snowden, hier noch in Hongkong. (9. Juni 2013)
Floh nach seinen Enthüllungen nach Russland: Edward Snowden, hier noch in Hongkong. (9. Juni 2013)
Keystone
An ihn wandte sich der 29-Jährige mit seinen brisanten Informationen: Glenn Greenwald, Journalist des britischen «Guardian», gibt selber ein Interview. (10. Juni 2013)
An ihn wandte sich der 29-Jährige mit seinen brisanten Informationen: Glenn Greenwald, Journalist des britischen «Guardian», gibt selber ein Interview. (10. Juni 2013)
Keystone
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Jetzt ist es offiziell: Der von den USA gejagte Geheimdienstexperte Edward Snowden hat Asyl in Russland beantragt. «Ja, wir haben sein Gesuch erhalten», sagte der Leiter der russischen Migrationsbehörde, Konstantin Romodanowski, der Staatsagentur Itar-Tass.

Der Antrag werde nun im Lauf von maximal drei Monaten bearbeitet. Der Computerspezialist Snowden hatte das umfangreiche US-Datenprogramm Prism enthüllt und wird von den US-Behörden gesucht.

Zuvor hatte der Moskauer Anwalt Anatoli Kutscherena mitgeteilt, dass der 30-jährige US-Bürger Snowden die Formulare ausgefüllt und unterschrieben habe. In den vergangenen Tagen hatte es wiederholt Fragen gegeben, ob Snowden es wirklich ernst meine mit seinem Antrag. Kutscherena hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass der Amerikaner einen formlosen Antrag gestellt habe. Eine Bestätigung hatte es dafür aber nicht gegeben.

Seit drei Wochen in Moskau

Snowden hielt sich weiter auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo auf. Der vorläufige Asylstatus wird nach russischem Recht aus «humanitären Gründen» gewährt, wie aus einer Veröffentlichung der Behörde hervorgeht. Vorläufiges Asyl gilt zunächst für ein Jahr und kann um weitere zwölf Monate verlängert werden, hiess es.

Der IT-Experte sitzt seit mehr als drei Wochen in Moskau fest, nachdem die USA seinen Pass für ungültig erklärt hatten. Kremlchef Wladimir Putin hatte Snowden Asyl angeboten unter der Bedingung, dass der Amerikaner aufhöre, mit seinen Enthüllungen den USA zu schaden. Dazu sei er bereit, hatte der Flüchtige am Freitag vor Menschenrechtlern erklärt.

SDA/mw/bru

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