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Italienische Bahn-Milliarden wecken Hoffnungen für Neat

Die Regierung von Silvio Berlusconi will den Güterverkehr auf der Schiene von der Nordsee bis nach Italien deutlich attraktiver machen. Schon bald soll gebaut werden – für mehr als sechs Milliarden Euro.

Südliches Ziel des europäischen Bahnkorridors: Der Containerhafen von Genua.
Südliches Ziel des europäischen Bahnkorridors: Der Containerhafen von Genua.
Wikipedia / Oliver

6,2 Milliarden Euro will die Regierung in Rom für den Bau einer Hochgeschwindigkeitslinie zwischen Genua und der norditalienischen Region Piemont ausgeben. Die 67 Kilometer lange Bahnlinie ist ein Hauptbestandteil des EU-Korridors, der zwischen Genua und Rotterdam verlaufen soll. Das Abkommen für den Beginn der Bauarbeiten des ersten Teils der Strecke mit Kosten in Höhe von 500 Millionen Euro wurde am Freitag in Rom unterzeichnet.

«Der Bau dieser Bahnachse ist ein Schlüsselelement des EU-Korridors Genua-Rotterdam und verbindet sich direkt mit anderen Grossinfrastrukturen wie dem Gotthard-Tunnel», sagte Verkehrsminister Altero Matteoli beim Anlass. Die Bahnlinie, die zum Teil in Tunnels verlaufe, sei eines der anspruchsvollsten Bahnprojekte der Welt. Die Bauarbeiten sollen bereits in vier Monaten beginnen.

Die Bahnlinie verläuft zwischen den norditalienischen Regionen Ligurien und Piemont. Damit könne der Hafen Genua direkt an die Bahnhochgeschwindigkeitslinie Turin-Mailand verbunden werden, sagte der Minister.

Fehlende Anschlüsse in zwei Richtungen

Der Nord-Süd-Korridor Rotterdam-Genua mit der Schweizer Alpentransversalen (Neat) in der Mitte ist Teil der Verkehrsstrategie der EU bis 2050. Bislang fehlen dem grossen Projekt und dem Schweizer Stück die Anschlüsse in Deutschland und Italien. Beide Staaten haben sich aber in einem Abkommen mit der Schweiz dazu verpflichtet.

Der Ausbau der Neat-Zubringerstrecke durch das deutsche Rheintal wird kaum gleichzeitig wie der Gotthard-Tunnel fertig. Es wehren sich nicht nur zehntausende Anwohner – auch das Geld ist knapp. Die deutsche Regierung hat für die nächsten zehn Jahre erst 400 Millionen der nötigen 4 Milliarden Euro für die Strecke zwischen Basel und Freiburg im Breisgau bewilligt, wie der baden- württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vergangene Woche in der Sendung «Rendezvous» von Schweizer Radio DRS sagte.

Nicht so schwierig wie in Deutschland

Beim zuständigen Bundesamt für Verkehr (BAV) hiess es damals, die drohende Verzögerung sei zwar Anlass zur Sorge. Das BAV gehe aber davon aus, dass sich Deutschland dafür einsetze, seine Verpflichtungen einzuhalten. Der Ausbau des Neat-Anschlusses in Italien ist nicht so drängend wie im Rheintal, durch das praktisch der ganze Bahngüterverkehr von Norden hergeführt wird. Im Süden gibt es über Domodossola, Chiasso und Luino bereits drei Korridore für Züge.

Anders als die Schweiz haben weder Deutschland noch Italien einen zweckgebunden Fonds zur Finanzierung der Bahninfrastruktur. Die Mittel dafür müssen jedes Jahr über das ordentliche Budget bereitgestellt werden.

(SDA)

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