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Italien darf Roma Fingerabdrücke abnehmen

Die Europäische Kommission erlaubt es Italien, die Fingerabdrücke der im Land lebenden Roma zu archivieren. Allerdings nur als «letztes Mittel».

Das Bild schockierte die Welt: Unberührt geniessen Touristen in Torregaveta in der Nähe von Neapel ihr Sonnenbad – direkt neben den Leichen zweier Roma-Mädchen. Die beiden Cousinen Violetta (12) und Cristina (13) ertranken in den Wellen. Rettungsschwimmer legten die toten Mädchen an den Strand.
Das Bild schockierte die Welt: Unberührt geniessen Touristen in Torregaveta in der Nähe von Neapel ihr Sonnenbad – direkt neben den Leichen zweier Roma-Mädchen. Die beiden Cousinen Violetta (12) und Cristina (13) ertranken in den Wellen. Rettungsschwimmer legten die toten Mädchen an den Strand.
Keystone
150'000 Roma sollen in Italien leben. Seitdem ein rumänischer Rom die Frau eines Marinekommandanten umbrachte, kocht der Volkszorn. Die Regierung Berlusconi will alle illegalen Siedlungen auflösen, wie hier in Rom
150'000 Roma sollen in Italien leben. Seitdem ein rumänischer Rom die Frau eines Marinekommandanten umbrachte, kocht der Volkszorn. Die Regierung Berlusconi will alle illegalen Siedlungen auflösen, wie hier in Rom
Keystone
Es gibt zwischen vier bis zwölf Millionen Roma in Europa. Zwar sind auch sie EU-Bürger, erwünscht sind sie aber vielerorts nicht.
Es gibt zwischen vier bis zwölf Millionen Roma in Europa. Zwar sind auch sie EU-Bürger, erwünscht sind sie aber vielerorts nicht.
Keystone
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Der Regierung Berlusconi sind die über 700 Romasiedlungen im Land ein Dorn im Auge: Sie hat Mitte Juni beschlossen, mit Hilfe von Fingerabdrücken alle Roma zu zählen. Sie erhofft sich so, Illegale besser aufspüren und die Kriminalität bekämpfen zu können.

Weil diese Massnahme ethnisch diskriminierend sein und somit gegen EU-Recht verstossen könnte, hat Italien das Dossier Anfang August den europäischen Behörden übergeben. Brüssel kam nun zum Schluss, das Sammeln der Fingerabdrücke sei rechtens - solange es als letztes mögliches Mittel geschehe.

Die italienische Regierung musste das Dossier in Brüssel vorlegen, weil das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF und katholische Einrichtungen die Massnahmen als Verletzung der Grundrechte kritisiert hatten.

SDA/oku

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