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Hunderte demonstrieren in Istanbuler U-Bahn

Schläge für einen Schwarzfahrer sind Anlass für Proteste in mehreren türkischen Städten. Der Ärger der Demonstranten richtet sich aber vor allem gegen die Regierung.

«Die Diebe werden dem Volk Rechenschaft ablegen»: Die Demonstranten protestieren gegen die von einem Korruptionsskandal erschütterte Regierung. (31. Dezember 2013)
«Die Diebe werden dem Volk Rechenschaft ablegen»: Die Demonstranten protestieren gegen die von einem Korruptionsskandal erschütterte Regierung. (31. Dezember 2013)
Umit Bektas, Reuters
Ein privater Sicherheitsmann hatte offenbar einen Schwarzfahrer mit einem Metalldetektor geschlagen, was die Proteste auslöste.
Ein privater Sicherheitsmann hatte offenbar einen Schwarzfahrer mit einem Metalldetektor geschlagen, was die Proteste auslöste.
Murad Sezer, Reuters
Laut türkischen Medien gab es ähnliche Protestaktionen in der Hauptstadt Ankara und in der westlichen Stadt Izmir.
Laut türkischen Medien gab es ähnliche Protestaktionen in der Hauptstadt Ankara und in der westlichen Stadt Izmir.
Murad Sezer, Reuters
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Aus Protest gegen Schläge für einen Schwarzfahrer – aber auch gegen den Korruptionsskandal in der türkischen Regierung – haben sich fast tausend Demonstranten in der Istanbuler U-Bahn versammelt. Sie forderten eine grundsätzlich kostenlose Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

«Die Wut des Volkes wird die Regierung niederbrennen», riefen die Menschen, nachdem sie über die Kontrollbarrieren in der Metro am Taksim-Platz gesprungen waren. Medienberichten zufolge hatte ein Sicherheitsmann am Montag einen 20-jährigen Obdachlosen mit einem Metalldetektor am Kopf verletzt, als dieser ohne Billett einsteigen wollte.

«Die Diebe werden dem Volk Rechenschaft ablegen»

Der Protest richtete sich auch gegen den Korruptionsskandal, der derzeit die Regierung von Recep Tayyip Erdogan erschüttert. «Die Diebe werden dem Volk Rechenschaft ablegen», skandierten die Demonstranten, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Laut türkischen Medien gab es ähnliche Protestaktionen in der Hauptstadt Ankara und in der westlichen Stadt Izmir.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen enge Verwandte von wichtigen Regierungsmitarbeitern, weil sie in illegale Geschäfte mit dem Iran verwickelt sein sollen. Erdogan hat mit einer umfassenden Kabinettsumbildung reagiert, bei der zehn Minister ausgetauscht wurden.

Kritiker werfen Erdogan vor, die Ermittlungen der Justiz zur Aufklärung des Skandals zu behindern. Seit Bekanntwerden der Korruptionsaffäre vor zwei Wochen traten insgesamt fünf Abgeordnete aus Erdogans Partei für Gerechtigkeit und Freiheit (AKP) aus. Sie begründeten dies mit dem Druck, den Erdogan im Zusammenhang mit der Affäre auf Polizei und Justiz ausübe.

SDA/mw

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