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Generalprobe für Mays Brexit-Strategie ein wuchtiger Erfolg

Die Konservativen knöpfen allen voran Labour bei den Kommunalwahlen 558 Sitze ab – auch die schottischen Nationalisten legen zu. Ein wichtiger Stimmungstest vor den Parlamentswahlen.

Die Konservativen verzeichneten ihre besten Ergebnisse bei Kommunalwahlen seit zehn Jahren: Theresa May zu Besuch in einer Stahlfabrik in Newport, Wales. (25. April 2017)
Die Konservativen verzeichneten ihre besten Ergebnisse bei Kommunalwahlen seit zehn Jahren: Theresa May zu Besuch in einer Stahlfabrik in Newport, Wales. (25. April 2017)
Rebecca Naden/PA via AP, Keystone
Labour ist unter Parteichef Jeremy Corbyn auf dem Weg ins Off: Corbyn an einer Wahlveranstaltung in Oxford, England. (4. Mai 2017)
Labour ist unter Parteichef Jeremy Corbyn auf dem Weg ins Off: Corbyn an einer Wahlveranstaltung in Oxford, England. (4. Mai 2017)
Carl Court/Getty
BRISTOL, ENGLAND - MAY 02:  A Jeremy Corbyn supporter holds up a sign as Britain's Prime Minister Theresa May makes a campaign stop on May 2, 2017 in Bristol, England. The Prime Minister is campaigning in South-West England, a former Liberal Democrat stronghold, as she urges West Country voters to stick with her party ahead of the polls on June 8.  (Photo by Matt Cardy/Getty Images)
BRISTOL, ENGLAND - MAY 02: A Jeremy Corbyn supporter holds up a sign as Britain's Prime Minister Theresa May makes a campaign stop on May 2, 2017 in Bristol, England. The Prime Minister is campaigning in South-West England, a former Liberal Democrat stronghold, as she urges West Country voters to stick with her party ahead of the polls on June 8. (Photo by Matt Cardy/Getty Images)
Matt Cardy/Getty
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Bei den Kommunalwahlen in Grossbritannien hat die Konservative Partei von Premierministerin Theresa May deutlich gewonnen. Nach Auszählung aller 88 Wahlkreise am Freitagabend gewannen die Tories 1900 Sitze – 558 mehr als bei den letzten Wahlen. Die oppositionelle Labour-Partei musste dagegen schwere Verluste hinnehmen, ebenso die rechtspopulistische United Kingdom Independence Party (Ukip).

Der Urnengang war der erste wichtige Stimmungstest für May, die nach dem Brexit-Votum Mitte 2016 die Regierungsgeschäfte übernommen hatte. In einem Monat finden die von May vorgezogenen Parlamentswahlen statt.

Schottische Nationalisten legen zu

Insgesamt gingen 28 Wahlkreise an die Tories, nur neun an Labour. Die Labour-Partei kam auf 1151 Sitze, 320 weniger als zuvor. Die besonders EU-freundlichen Liberaldemokraten erreichten 441 Mandate, 37 weniger als bei den Wahlen 2013. Die EU-feindliche Ukip verlor alle ihre bisherigen 114 Mandate und gewann lediglich einen neuen Sitz.

Die Schottische National-Partei (SNP), die für ein weiteres Referendum über die Unabhängigkeit von Grossbritannien eintritt, gewann 31 Sitze hinzu und kam auf 431. Allerdings verzeichnete die Konservative Partei innerhalb Schottlands den stärksten Zuwachs (von 164 auf 276 Sitze).

Labour verliert in Glasgow

Labour verlor die Kontrolle über den Gemeinderat der Grossstadt Glasgow, die vier Jahrzehnte lang ihre Hochburg gewesen war. In Schottland hatte beim Volksentscheid über den Brexit Mitte 2016 eine Mehrheit für einen Verbleib in der Europäischen Union gestimmt.

Bei den Kommunalwahlen ging es um knapp 5000 Gemeinderatssitze in England, Wales und Schottland. Unter anderem wurden auch die Bürgermeister von Manchester und Liverpool gewählt. Beide Städte gingen an Labour. Die Wahllokale schlossen erst am Donnerstagabend um 23 Uhr.

Corbyn will trotzdem noch Parlamentswahlen gewinnen

Trotz der für sie hervorragenden Ergebnisse bei den Kommunalwahlen wollte sich May nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Sie und ihr Team würden «nichts als sicher annehmen». Dazu stehe «zu viel auf dem Spiel», sagte sie. Es gehe darum, den Kampf für den besten Ausstieg aus der EU fortzusetzen.

Labour-Parteichef Jeremy Corbyn räumte die Niederlage seiner Partei ein. Labour stehe nun vor einer «Herausforderung historischen Ausmasses». «Wir haben fünf Wochen, um die Parlamentswahl zu gewinnen, damit wir Grossbritannien grundlegend verändern können», fügte er hinzu. In den Umfragen liegt Labour 20 Prozentpunkte hinter den Konservativen.

Streitpunkt Brexit

Viele traditionelle Labour-Wähler sind unzufrieden mit dem Kurs ihrer Partei beim geplanten EU-Austritt Grossbritanniens. Die EU-feindliche Ukip ist innerlich zerstritten. Die Liberaldemokraten hatten sich mit ihrem klaren Anti-Brexit-Kurs Stimmenzuwachs erhofft.

Bei der Parlamentswahl im Juni sagen Umfragen den Konservativen einen haushohen Sieg voraus. Die Labour-Partei und die Ukip müssen erneut mit klaren Niederlagen rechnen.

May will sich mit der Parlamentswahl eine komfortable Mehrheit und mehr Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen verschaffen. Im vergangenen Jahr hatten die Briten bei einem historischen Referendum für den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union gestimmt.

SDA/mch

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