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Geistliche trifft auf weltliche Nummer eins

Der Papst hat US-Präsident Obama eine Audienz gewährt. Eine äusserst fröhliche Angelegenheit.

Panzerwagen und Hellebarden: Von Schweizergardisten bewacht trifft ...
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Max Rossi, Reuters
Freundlicher Empfang: Bischof Georg Ganswein begrüsst den amerikanischen Präsidenten.
Freundlicher Empfang: Bischof Georg Ganswein begrüsst den amerikanischen Präsidenten.
Max Rossi, Reuters
Obama ist der neunte US-Präsident, der dem Vatikan einen offiziellen Besuch abstattete.
Obama ist der neunte US-Präsident, der dem Vatikan einen offiziellen Besuch abstattete.
Kevin Lamarque, Reuters
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US-Präsident Barack Obama hat sich bei seinem ersten Treffen mit Papst Franziskus als «grosser Bewunderer» des katholischen Kirchenoberhaupts bezeichnet. Die private Audienz im Apostolischen Palast im Vatikan dauerte heute knapp eine Stunde und damit länger als geplant.

Bei der Begrüssung wirkten Gast und Gastgeber noch angespannt, am Ende ihres Treffens aber lächelten beide. Eigentlich war für die Audienz nur eine halbe Stunde eingeplant, sie dauerte jedoch 52 Minuten. Zum Abschluss tauschten beide Geschenke aus - ein Truhe mit Saatgut für den Papst und eine Kopie von Franziskus' apostolischer Schrift «Freude des Evangeliums» für Obama. Dieser erklärte, er werde das Schriftwerk, in dem der Papst ein globales Wirtschaftssystem anprangert, das die Armen ausschliesst, in seinem Büro im Weissen Haus aufbewahren.

Gegenbesuch im Weissen Haus

Wie der Vatikan mitteilte, konzentrierten sich die Diskussionen während Obamas Besuch auf Fragen von «besonderer Relevanz für die Kirche in dem Land (den USA)». Dazu gehörten den Angaben zufolge die Ausübung der Rechte auf Religionsfreiheit und Leben. Zudem sei über die Einwanderungsreform in den USA gesprochen worden, hiess es in der Erklärung weiter. Ob Obama diese Themen bei seinem Treffen mit dem Papst oder bei seiner anschliessenden Unterredung mit dem Staatssekretär Seiner Heiligkeit, Pietro Parolin, diskutierte, wurde nicht mitgeteilt.

Obama lud den Papst zu einem Besuch im Weissen Haus ein. Das Treffen mit dem Kirchenoberhaupt bezeichnete er als «grosse Ehre». Der US-Staatschef bedankte sich auf Spanisch, der Muttersprache des Papsts, mit den Worten «Muchas Gracias» und bat den Pontifex auf Englisch darum, für ihn und seine Familie zu beten.

Moralische Bestätigung für Obama

Für Washington ist die Bedeutung, die der Papst dem Thema wirtschaftlicher Ungleichheit zukommen lässt, eine Art moralische Bestätigung für Obamas eigene wirtschaftliche Agenda. Wenn der Papst das Wort ergreife, habe dies aufgrund seiner grossen moralischen Autorität grosses Gewicht, sagte Obama in einem Interview der italienischen Zeitung «Corriere della Sera», das vor seinem Besuch im Apostolischen Palast veröffentlicht wurde.

Obama ist der neunte US-Präsident, der dem Vatikan einen offiziellen Besuch abstattete. 2009 hatte Obama bereits Franziskus' Amtsvorgänger Papst Benedikt XVI. besucht. Nach seinem Treffen mit Franziskus zog Obama zum Quirinalspalast in Rom weiter, wo er Staatspräsident Giorgio Napolitano treffen wollte. Auch ein Treffen mit Ministerpräsident Matteo Renzi stand auf dem Programm.

SDA/ldc

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