Zum Hauptinhalt springen

Französische Justiz fahndet nach U-Boot der USA

Die französische Justiz fahndet nach einem U-Boot der USA, das vor sechs Jahren in ein tödliches Unglück verwickelt gewesen sein könnte. Ein Kutter war damals wie vom Meer verschluckt worden.

Eine Untersuchungskammer am Berufungsgericht im westfranzösischen Rennes leitete am Freitag Ermittlungen ein, "um das U-Boot zu identifizieren", das den Untergang des bretonischen Fischkutters "Bugaled Breizh" verursacht haben könnte. Demnach sollen die US-Behörden gebeten werden, die Positionen ihrer Atom-U-Boote am 15. Januar 2004 im Unglücksgebiet bekannt zu geben. Der Kutter war an diesem Tag urplötzlich vor der Südspitze Englands gesunken, wodurch fünf Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.

Die Untersuchungen zu dem Fall machen seit Jahren in Frankreich Schlagzeilen. Ermittler hatten zunächst ausgeschlossen, dass ein U-Boot in das Unglück verwickelt sein könnte. Die Familien der Opfer hatten darauf dem französischen Staat vorgeworfen, die wahre Ursache des Schiffsunglücks verschleiern zu wollen. Sie verwiesen unter anderem darauf, dass in dem Gebiet ein NATO-Manöver mit U-Booten stattfand. Einige Experten gehen davon aus, dass sich das Schleppnetz der Fischer an einem Unterseeboot verhakte, das daraufhin den Kutter in die Tiefe zog. Andere Gutachter halten es aber auch für möglich, dass es einen technischen Defekt an dem Kutter gab oder dass sich das Schleppnetz am Meeresgrund verfing.

Ein von der Justiz bestellter Gutachter stützte im April die U-Boot-These. Ihm zufolge gibt es "eine Wahrscheinlichkeit, dass ein atomgetriebenes, amerikanisches Angriffs-U-Boot an dem Schiffsuntergang beteiligt war". Es habe sich womöglich auf einer Beobachtungsmission während eines Transports von Atommaterial durch einen Frachter befunden, der aus dem französischen Hafen Cherbourg ausgelaufen sei. Deutschland, Grossbritannien und die Niederlande hatten schon 2006 die Positionen ihrer U-Boote während des NATO-Manövers am Unglückstag an Frankreich weitergegeben.

AFP/sam

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch