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Frankreich will bis zu 16'000 neue Gefängniszellen bauen

Im Kampf gegen die islamistische Radikalisierung will Frankreich die Überbelegung in seinen Gefängnissen mildern. Manche Haftanstalten beherbergen doppelt so viele Gefangene wie vorgesehen.

Frankreichs Gefängnisse sind rappelvoll: Wachen stehen beim Besuch des französischen Justizministers Jean-Jacques Urvoas im Gefängnis von Fresnes Spalier.
Frankreichs Gefängnisse sind rappelvoll: Wachen stehen beim Besuch des französischen Justizministers Jean-Jacques Urvoas im Gefängnis von Fresnes Spalier.
Christophe Ena, Keystone

Frankreichs Justizminister Jean-Jacques Urvoas sieht Bedarf für den Bau von rund 10'000 bis 16'000 neuen Gefängniszellen bis 2025. Damit will er eine Überbelegung vermeiden, welche zurzeit in vielen Gefängnissen des Landes herrscht.

Die Unterbringung in Einzelzellen sei auch ein Mittel, um das Abgleiten von Gefangenen in den Fanatismus zu verhindern, sagte Urvoas bei der Vorstellung seiner Vorschläge am Dienstag in einer Justizvollzugsanstalt südlich von Paris. Über die Umsetzung muss noch entschieden werden.

Kritik vom Europarat

Anfang August kamen in Frankreich knapp 69'000 Inhaftierte auf 58'500 Gefängnisplätze. Manche Haftanstalten beherbergen doppelt so viele Gefangene wie vorgesehen. Das Land wurde deshalb bereits vom Europarat kritisiert. Eigentlich hatte ein Gesetz schon 1875 das Prinzip der Unterbringung in Einzelzellen festgeschrieben, es wurde aber nie eingehalten.

Das Thema hat durch Beispiele islamistischer Attentäter an Brisanz gewonnen, die sich im Gefängnis radikalisiert haben sollen. Chérif Kouachi, der mit seinem Bruder den Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» verübte, und Amédy Coulibaly, der kurz darauf einen jüdischen Supermarkt angriff, lernten sich im Gefängnis kennen. In fünf französischen Gefängnissen gibt es inzwischen spezielle Trakte für Radikalisierte.

SDA/bee

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