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Finnland entscheidet zwischen konservativ und grün

In der ersten Runde der finnischen Präsidenschaftswahlen hat keiner der Kandidaten das absulute Mehr erreicht. Der konservative ehemalige Finanzminister Niinistö ist klarer Favorit.

Gehen in die Stichwahl: Der Konservative Sauli Niinisto (r.) und der Grüne Pekka Haavisto nach der Bekanntgabe der Resultate.
Gehen in die Stichwahl: Der Konservative Sauli Niinisto (r.) und der Grüne Pekka Haavisto nach der Bekanntgabe der Resultate.
Reuters

Die Entscheidung über Finnlands nächsten Präsidenten fällt in zwei Wochen bei einer Stichwahl zwischen dem Konservativen Sauli Niinistö und dem Grünen Pekka Haavisto. In der ersten Runde von heute Sonntag siegte der 63-jährige Niinistö wie erwartet klar. Niinistö konnte 37 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Da er jedoch die absolute Mehrheit verfehlte, muss er in zwei Wochen in eine Stichwahl gegen den ebenfalls pro-europäischen Grünenpolitiker Haavisto.

Für den zehn Jahre jüngeren Ex-Umweltminister stimmten 18,8 Prozent. An der Wahl beteiligten sich 72,8 Prozent der 4,4 Millionen Stimmberechtigten. Aus dem Rennen schieden der Zentrumspolitiker und ehemalige Aussenminister Paavo Väyrynen mit 17,5 Prozent und Timo Soini von den rechtspopulistischen Wahren Finnen mit 9,4 Prozent der Stimmen aus. Soinis betont euroskeptische Partei hatte bei den letzten Reichstagswahlen fast 20 Prozent der Stimmen geholt.

Repräsentatives Amt

Noch hinter Soini landete der frühere sozialdemokratische Regierungschef Paavo Lipponen abgeschlagen mit 6,7 Prozent auf dem fünften Platz. «Mir ist bewusst, dass wir eine zweite Runde haben werden», sagte Niinistö nach Bekanntgabe der Teilergebnisse dem Rundfunksender YLE. Der Konservative ist Mitglied der Regierungspartei der Nationalen Koalition von Ministerpräsident Jyrki Katainen und gilt als einer der erfahrensten Politiker des Landes.

Obwohl der Präsident in Finnland überwiegend repräsentative Aufgaben hat, über keine Kompetenzen in der Wirtschaftspolitik verfügt und seine früheren aussenpolitischen Befugnisse beschnitten wurden, war die Euro-Schuldenkrise eines der beherrschenden Themen im Wahlkampf gewesen. Niinistö, der einst als Finanzminister die Einführung des Euro in Finnland gesteuert hatte, trat dabei entschieden für die Gemeinschaftswährung ein.

Finnlands Staatsoberhaupt wird für sechs Jahr gewählt. Die bisherige Präsidentin Tarja Halonen von den Sozialdemokraten konnte nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal kandidieren. Halonens sozialdemokratische Partei hat in den letzten 30 Jahren ohne Unterbrechung das Staatsoberhaupt in Helsinki gestellt.

SDA/ami

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