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Europa reagiert mit Tränen und Entschlossenheit

Die EU-Aussenbeauftragte überkamen angesichts der Terroranschläge in Brüssel die Emotionen. Mehrere Länder verstärken ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Die belgische Verkehrsministerin Jacqueline Galant hat nach Vorwürfen an den Sicherheitsmassnahmen auf den Flughäfen ihren Rücktritt eingereicht. (15. April 2016)
Die belgische Verkehrsministerin Jacqueline Galant hat nach Vorwürfen an den Sicherheitsmassnahmen auf den Flughäfen ihren Rücktritt eingereicht. (15. April 2016)
AFP
In Belgien läuft die Suche nach Terroristen weiter: Belgische Polizisten bei einer Razzia im Brüsseler Stadtteil Etterbeek. (9. April 2016)
In Belgien läuft die Suche nach Terroristen weiter: Belgische Polizisten bei einer Razzia im Brüsseler Stadtteil Etterbeek. (9. April 2016)
Thierry Charlier, AFP
Ein belgischer Polizist nimmt einen Tatverdächtigen fest.
Ein belgischer Polizist nimmt einen Tatverdächtigen fest.
Keystone
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Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini hat nach den Anschlägen in Brüssel eine Pressekonferenz in Jordanien abgebrochen. Die Politikerin kämpfte mit den Tränen und sagte: «Heute ist ein schwieriger Tag».

Mogherini war dabei, ihre Eröffnungserklärung bei einer Veranstaltung mit dem jordanischen Aussenminister Nasser Dschudeh zu beenden, als sie von Gefühlen überwältigt wurde. Als Dschudeh wieder anfing zu sprechen, ging Mogherini zu ihm, sagte «Entschuldigung» und umarmte ihn kurz. Anschliessend gingen beide von der Bühne.

«Wir sind im Krieg»

Der französische Präsident François Hollande sagte, «durch die Attentate in Brüssel wurde ganz Europa getroffen». Die zwei Anschläge wurden in der EU-Hauptstadt verübt, einer davon bei der U-Bahn-Station Maalbeek im Europaviertel. Hollande besprach mit dem belgischen Premierminister «Fragen der polizeilichen Zusammenarbeit und der Sicherheit», wie das Präsidialamt bekannt gab. Hollande kündigte eine Sondersitzung seines Sicherheitskabinetts an.

Der französische Premierminister Manuel Valls hat die Einschätzung seines Landes bekräftigt, Europa befinde sich im Krieg mit Terroristen. «Wir sind im Krieg. Wir sind in den vergangenen Monaten in Europa Ziel kriegerischer Akte geworden», sagte Valls. Er erinnerte auf Twitter an die Anschläge in Frankreich vom vergangenen Jahr und drückte seine Solidarität mit Belgien aus. Wie zahlreiche seiner Landsleute versandte auch Valls eine Karikatur zweier Figuren in den Farben Frankreichs und Belgiens.

In Berlin richtete das Aussenministerium einen Krisenstab ein. Die Bundesregierung rief zu «Entschlossenheit gegen die Terroristen» auf. «Die widerwärtigen Anschläge in Brüssel lassen uns alle zusammenstehen», schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert im Internetdienst Twitter. Seibert sagte zudem den Opfern der Anschläge die Solidarität der Bundesregierung zu.

Kanzleramtschef Peter Altmaier bezeichnete die Ereignisse in Brüssel als «unfassbar». «Die Terroristen dürfen nie gewinnen! Die Werte Europas sind stärker als Hass und Gewalt», schrieb er ebenfalls in Twitter. Auch Altmaier rief zur Solidarität mit den Betroffenen auf.

Der britische Premierminister David Cameron berief seinen Krisenausschuss Cobra ein. Er sei schockiert und besorgt, schrieb er.

In Bern analysieren die Bundesbehörden derzeit mögliche Auswirkungen der Anschläge in Brüssel auf die Schweiz, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Polizei fedpol mitteilte.

Höchste sunnitische Autorität verurteilt Terror

Die islamische Al-Ashar-Universität in Kairo hat die tödlichen Anschläge in Brüssel scharf verurteilt. Diese «gehässigen Verbrechen» verletzten die «toleranten Lehren des Islams», erklärte die höchste Autorität des sunnitischen Islam. «Wenn die internationale Gemeinschaft dieser Epidemie nicht vereint entgegentritt, werden die Korrupten niemals aufhören, ihre abscheulichen Verbrechen gegen Unschuldige zu verüben.»

Auch das ägyptische Aussenministerium verurteilt die Anschläge und forderte «schnelle und effiziente Massnahmen», um «die Finanzierung und Rekrutierung von Terrorgruppen» zu bekämpfen. Flüchtlinge zeigen sich von den Anschlägen in Brüssel ebenfalls betroffen, wie dieses Bild eines Jungen zeigt:

Mehr Polizei

Die französischen Behörden erhöhen nach den Terroranschlägen in Brüssel die Polizeipräsenz an den Grenzen sowie in Bahnhöfen und Flughäfen. Innenminister Bernard Cazeneuve schickte dafür am Dienstag 1600 zusätzliche Polizisten und Gendarmen in den Einsatz, wie er nach einem Krisentreffen in Paris ankündigte.

Die deutsche Polizei erhöht ihre Massnahmen an den Grenzen, insbesondere zu Belgien, Frankreich, Niederlande und Luxemburg. Auch in den benachbarten Niederlanden erhöhte die Armee die Sicherheitsvorkehrungen an Grenzen und Flughäfen.

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