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«Europa erklärt den Schmugglern den Krieg»

Der EU-Migrationskommissar versucht den Spagat im Flüchtlingsdrama: Die Union dürfe keine Menschen im Stich lassen – und ihre Mitgliedsländer nicht allein lassen.

Liess die umstrittene Quotenregelung unerwähnt: EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos.
Liess die umstrittene Quotenregelung unerwähnt: EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos.
Reuters

EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos hat europäische Geschlossenheit und Solidarität im Kampf gegen Menschenschmuggler gefordert. Er stellte einen Aktionsplan in Aussicht.

«Europa erklärt den Schmugglern den Krieg», sagte Avramopoulos in Warschau nach einem Treffen mit dem Direktor der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Die Boote der Menschenschmuggler sollten konfisziert und zerstört werden.

Gefahren vermindern und Menschen retten

Gleichzeitig wies Avramopoulos auf die Rolle der Frontex-Missionen «Triton» und «Poseidon» im Mittelmeer bei der Rettung von Migranten aus Seenot hin.

«Kein Mensch sollte im Stich gelassen werden», sagte er am Europäischen Tag der Grenzschützer in der polnischen Hauptstadt. Nötig sei ein strategischer Ansatz, um die Gefahren der Reise zu vermindern und Menschenleben zu retten, sagte Avramopoulos angesichts der jüngsten Tragödien im Mittelmeer mit hunderten ertrunkener Migranten.

Die EU-Kommission wolle Ende Mai ihren Aktionsplan verabschieden, in dem es auch um die Bekämpfung des Menschenschmuggels gehe.

Solidarität unter Ländern gefragt

Gleichzeitig betonte der Migrationskommissar: «Kein Land soll alleingelassen werden mit der Verantwortung (für Migranten).» Einige EU-Länder stünden unter starkem Druck bei der Aufnahme von Migranten, während in anderen die Situation deutlich entspannter sei.

Hier sei europäische Solidarität gefragt, sagte Avramopoulos, ohne auf Aufnahmequoten für Flüchtlinge einzugehen. Vor allem in den östlichen EU-Staaten trifft eine solche Quotenregelung auf starken Widerstand.

Auch wenn die Hauptroute der Migranten von der nordafrikanischen Küste und vor allem Libyen nach Italien führt, hat Frontex in den ersten Monaten des Jahres einen Anstieg von Migranten verzeichnet, die über das östliche Mittelmeer nach Europa zu gelangen versuchen.

SDA/spu

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