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«Es braucht eine starke Gegenerzählung zum Islamismus»

Adam Deen war einst ein führendes Mitglied einer britischen Islamistengruppe. Heute ist er Experte für Deradikalisierung. Ein Gespräch über den Kampf gegen die IS-Propaganda.

«Für die Radikalisierung junger Muslime sind zwei Orte bedeutend: Der Campus von Universitäten und vor allem die sozialen Medien»: Adam Deen. (Bild: Screenshot Youtube/Oxford Union)
«Für die Radikalisierung junger Muslime sind zwei Orte bedeutend: Der Campus von Universitäten und vor allem die sozialen Medien»: Adam Deen. (Bild: Screenshot Youtube/Oxford Union)

Als ehemaliger Islamist arbeiten Sie heute als Forscher für die Londoner Quilliam Foundation, die sich als antiislamistischer Thinktank versteht. Was genau machen Sie? Einerseits gehe ich der Frage nach, welche Umstände die Radikalisierung von jungen Muslimen und Konvertiten begünstigen und an welchen Orten diese stattfindet. Aufgrund dieser Erkenntnisse entwickeln wir Strategien der Deradikalisierung. Andererseits geht es uns darum, dem Islamismus eine starke Gegenerzählung entgegenzusetzen. Insbesondere müssen wir den Islamismus mit einer menschlichen Version des Islam entlarven. Es darf nicht sein, dass sich vorwiegend die Radikalen in der Islamdebatte Gehör verschaffen. Es ist unsere Pflicht, sich einzumischen. Dabei müssen wir der muslimischen Gemeinschaft klarmachen, dass eine Gegenerzählung keine antiislamische Position ist. Die Islamisten missbrauchen die Religion, um ihre extreme Ideologie zu rechtfertigen. Das ist unsere zentrale Botschaft.

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