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Er möchte das neue Gesicht Tschechiens werden

Die Tattoos sind sein auffälligstes Merkmal: Wladimir Franz. Der tschechische Hochschullehrer und Künstler hat 90'000 Unterschriften gesammelt und darf nun bei den Präsidentschaftswahlen antreten.

Seine Staatsbesuche kämen einer Toleranzprobe gleich: Präsidentschaftsanwärter und Lebenskünstler Wladimir Franz.
Seine Staatsbesuche kämen einer Toleranzprobe gleich: Präsidentschaftsanwärter und Lebenskünstler Wladimir Franz.
Keystone

Der Hochschullehrer und Künstler Wladimir Franz hat fast 90'000 Stimmen gesammelt, um als Kandidat bei der Präsidentschaftswahl in Tschechien im kommenden Jahr antreten zu können. So weit, so normal.

Doch Franz sticht schon jetzt aus dem Kandidatenfeld heraus: Tätowierungen bedecken vollständig sein Gesicht und auch seinen Körper. 90 Prozent seiner Hautfläche sind mit Farbe bedeckt. Der 53-jährige Franz ist Maler und Komponist von Opern und reichte am Montag in Prag die notwendigen Unterlagen für seine Kandidatur ein.

Auch wenn Franz als eine seiner besten Eigenschaften den Humor bezeichnet, dem Träger eines Doktortitels ist es durchaus ernst mit der Kandidatur. Sein extravagantes Auftreten steht konträr zu seinen moderaten politischen Werten: Franz macht sich für mehr Toleranz und Demokratie in der Gesellschaft stark. Ein besonderes Anliegen sind ihm erneurbare Energiequellen.

Konservative Regierung vor Schicksalsabstimmung

Das tschechische Parlament stimmt indes am Dienstag über ein Sparpaket der Regierung und damit über die Zukunft des konservativen Ministerpräsidenten Petr Necas ab. Necas hatte das Gesetz zur Haushaltssanierung mit der Vertrauensfrage verknüpft, nachdem es Anfang September in erster Lesung im Unterhaus gescheitert war.

Necas' Mitte-rechts-Regierung hat nur 100 der 200 Abgeordneten auf ihrer Seite, für die Haushalssanierung stimmten im September nur 94 Abgeordnete. Necas unpopulärer Plan sieht unter anderem eine Erhöhung der Mehrwertsteuersätze um einen Prozentpunkt auf 15 und 21 Prozent vor.

Sollte Necas, der am Sonntag von der regierenden ODS-Partei als Parteichef bestätigt wurde, die Vertrauensfrage verlieren, gilt bei dann anstehenden Neuwahlen ein Sieg der Sozialisten (CSSD) als wahrscheinlich.

(AFP)

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