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Englands radioaktive U-Boote

Ein geheimer Bericht rüttelt Grossbritannien auf: Bei den atomaren U-Booten der Royal Navy soll es Sicherheitslecks geben. Trotzdem will die Regierung weitere Reaktoren in eine neue Flotte einbauen.

Wird in Grossbritannien zum Politikum: HMS Astute, das neuste Nuklearboot der Royal Navy.
Wird in Grossbritannien zum Politikum: HMS Astute, das neuste Nuklearboot der Royal Navy.
AFP

Die Briten sorgen sich um die Atomreaktoren in ihrer U-Boot-Flotte. Die Anlagen würden nicht den modernen Sicherheitsstandards genügen, schreibt der «Guardian» unter Berufung eines geheimen und offenbar stark zensierten Berichts des britischen Verteidigungsministeriums. Im Dokument warnt ein inzwischen pensionierter Sicherheitsexperte, die Reaktoren auf den U-Booten würden im Vergleich mit AKW schlecht abschneiden und es könnte gefährliche Lecks geben, aus denen Radioaktivität entweichen könne. Im Gegensatz zu Kernkraftwerken würde den U-Booten ein ausgeklügeltes Kühlsystem fehlen.

Die Royal Navy verfügt über elf Atom-U-Boote. Die Reaktoren sind in unterschiedlichen Typen eingebaut. Sechs von ihnen befinden sich in der sogenannten Trafalgar-Klasse, vier in der Vanguard-Klasse. Auch in der neusten U-Boot-Generation Astute werden Atomreaktoren eingebaut. Das erste Schiff mit einem Reaktor stach bereits in See – mit grossen technischen Problemen: Es lief bei der Isle of Skye auf Grund.

Verstrahlung im Umkreis von 1,5 Kilometern denkbar

Sechs weitere U-Boote desselben Typs sollen bald vom Stapel laufen. Und obwohl die Probleme mit dem Atomreaktor bekannt seien, wolle die Navy denselben Reaktor in die übrigen sechs Schiffe einbauen, bemängelt die Zeitung. Der Atomreaktor soll sogar im Gespräch für die nächste Generation von U-Booten sein, die 2028 die bisherigen ablösen sollen. Der Experte, Sicherheitsregulator Andrew McFarlane, warnt im Bericht davor, dass die U-Boote Leben im Umkreis von 1,5 Kilometern aufs Spiel setzen würden. Reaktorprobleme könnten die U-Boote zudem daran hindern, wieder aufzutauchen.

John Ainslie, Koordinator eines schottischen Komitees für nukleare Abrüstung, fordert nun von der Royal Navy, sie solle ihre Pläne für die neuen U-Boote fallen lassen. «Es gibt ein grosses Risiko eines nuklearen Unfalls, bei dem die Crew und die Öffentlichkeit tödlichen radioaktiven Strahlen ausgesetzt sein könnten», sagt er dem «Guardian». Das Verteidigungsministerium hingegen weist gegenüber der Zeitung die Sorgen über einen Atomunfall zurück. «Alle unsere Nuklearreaktoren erfüllen strenge Sicherheitsstandards und wir halten ständig Ausschau nach Möglichkeiten für Verbesserungen», sagt ein Regierungssprecher.

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