«Ein Migrant am Strand! Salvini, wo bist du?»

Beppe Grillo, Komiker und Gründer der 5-Stern-Bewegung, macht sich lustig über Italiens Innenminister und Migrantenschreck Matteo Salvini.

«Salvini, mach etwas»: Das satirische Ferienvideo von Beppe Grillo. Quelle: Youtube/BG

Beppe Grillo spielt den besorgten Bürger, dessen heile Welt durch die Einwanderer durcheinandergebracht wird. An seinem Strand in Sardinien sieht er Unglaubliches: einen dunkelhäutigen Mann, der auf einem Liegestuhl schläft. Grillo nimmt das Handy und ruft den Innenminister an, Matteo Salvini, den Migrantenschreck von der Lega, die mit der 5-Stern-Bewegung von Grillo seit zwei Monaten Italien zu regieren versucht.

«Salvini, wo bist du?», fragt Grillo ins Handy. «Hier passiert etwas, diese Vermischung, was es so noch nie gab. Salvini, mach etwas!» Und weiter: «Salvini, was machst du in Milano Marittima? Komm nach Sardinien, um zu sehen, was hier gerade passiert.» Das Video zu seinem fingierten Telefongespräch mit Salvini hat der 70-jährige Komiker und Gründer der 5-Stern-Bewegung auf Facebook und Twitter gepostet. Es hat schnell die Runde gemacht in den sozialen Medien und wurde auch von seriösen Newssites wie «Repubblica» aufgenommen.

«Salvini, du verlierst die Kontrolle über die Situation»

In zwei weiteren Videosequenzen empört sich der besorgte Bürger Grillo darüber, dass der dunkelhäutige Mann im Meer baden geht und danach an der Bar einen Drink bestellt. «Salvini, du verlierst die Kontrolle über die Situation», sagt Grillo ins Telefon. «Salvini, mach etwas, oder ich rufe Luigi. Aber Luigi ist ein Guter.» Gemeint ist Luigi Di Maio, Spitzenmann der 5-Stern-Bewegung, der als Minister für Wirtschaft und Arbeit amtiert und wie Salvini stellvertretender Regierungschef Italiens ist.

Mit seinem Video nimmt Grillo die Politik von Salvini aufs Korn. Als Innenminister fährt der Lega-Politiker einen harten Kurs gegen Einwanderer und Flüchtlinge. Deswegen ist Salvini kürzlich von der spanischen Ferieninsel Mallorca zur «persona non grata» erklärt worden. Seine Ferien verbringt Salvini aber ohnehin lieber in Italien. Diese Woche veröffentlichte Salvini auf Twitter ein Video aus Milano Marittima, einem Badeort nördlich von Cesenatico an der Adria. Auf dem Video ist zu sehen, wie der Innenminister am Strand mit Lega-Anhängern für Selfies posiert. «Die Umfragen am Strand sagen mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind», twitterte Salvini.

Derzeit ist Salvini allgegenwärtig. In der Beliebtheitsskala der Politiker führt er deutlich vor Premier Giuseppe Conte, dem höflichen und unaufdringlichen Regierungschef, der in erster Linie der Schlichter im Kabinett ist. Salvinis Kreuzzug gegen Migranten überschattete wochenlang die Arbeit der neuen italienischen Regierung. Es wird aber immer deutlicher, dass die Populisten von Lega und 5-Stern-Bewegung in vielen Fragen uneinig sind, so zum Beispiel bei den Reformen für den Arbeitsmarkt.

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