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Ehre für die Meister ihrer Fächer

Literatur, Physik, Frieden: In Stockholm und Oslo wurden die Nobelpreise verliehen. Zwei berühmte Frauen waren nicht anwesend.

rbi
Entdeckung des «Gottesteilchens»: Der schwedische König Carl Gustav (rechts) gratuliert dem Chemie-Nobelpreisträger Peter Higgs. (10. Dezember 2013)
Entdeckung des «Gottesteilchens»: Der schwedische König Carl Gustav (rechts) gratuliert dem Chemie-Nobelpreisträger Peter Higgs. (10. Dezember 2013)
Keystone

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm sind heute die Nobelpreise für Literatur, Medizin, Chemie, Physik und Wirtschaft verliehen worden. Bei der Zeremonie wurde auch des kürzlich verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela gedacht.

«Nelson Mandela verkörperte den Kampf für Freiheit, Demokratie und Humanismus und war einer der grossen Staatsmänner unserer Zeit», sagte der Vorstandsvorsitzende der Nobel-Stiftung Carl-Hendrik Heldin in seiner Rede. Schwedens König Carl XVI. Gustaf vergab anschliessend die Auszeichnungen an die Preisträger.

Kronprinzessin Victoria von Schweden nahm nicht an der Zeremonie teil, die traditionell am Todestag des 1896 verstorbenen Preisstifters Alfred Nobel in der Stockholmer Konzerthalle stattfindet. Sie weilte an der Trauerfeier für Mandela im südafrikanischen Soweto.

«Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte»

Den Literaturnobelpreis für die 82-jährige Kanadierin Alice Munro nahm deren Tochter Jenny entgegen, weil die Schriftstellerin wegen ihres Alters nicht nach Stockholm kommen konnte. Munro wurde von der Nobel-Akademie als «Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte» gewürdigt.

Der Preis besteht aus einer Goldmedaille, einer Urkunde und acht Millionen schwedischen Kronen (rund 1 Million Franken). Am Abend stand ein grosses Bankett für die Preisträger auf dem Programm.

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielten drei US-Ökonomen für ihre Arbeiten zur Funktionsweise von Finanzmärkten: Lars Peter Hansen, Eugene Fama und Robert Shiller legten laut der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften die Grundlagen für das aktuelle Verständnis von Vermögenswerten wie Aktien und Anleihen. Ihr Erkenntnisse sind sowohl für die Theorie als auch im Alltag von Investoren von grosser Bedeutung.

Physik-Nobelpreis für Entdeckung des «Gottesteilchens»

Der diesjährige Chemie-Nobelpreis geht an die drei in den USA arbeitenden Molekularchemiker Martin Karplus, Michael Levitt und Arieh Warshel. Das Nobelpreis-Komitee wählte die Forscher aus wegen ihrer «bahnbrechenden» Arbeit zur Entwicklung universeller Computermodelle für die Voraussage chemischer Prozesse. Diese Modelle finden nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Industrie Anwendung.

Der Brite Peter Higgs und der Belgier François Englert wurden mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet für die Entdeckung des «Gottesteilchens». Beide Wissenschaftler hätten unabhängig voneinander eine Theorie ausgearbeitet, die «zentraler Teil des Standardmodels der Teilchenphysik» sei. Die Existenz des «Gottesteilchens» war vergangenes Jahr nach langer Suche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bewiesen worden.

Friedensnobelpreis verliehen

Der Medizinnobelpreis ging an den Deutschen Thomas Südhof und seine beiden US-Kollegen James Rothman und Randy Schekman. Die drei Mediziner wurden für grundlegende Erkenntnisse über die Transportsysteme der Zellen ausgezeichnet.

Das Nobelpreis-Komitee erklärte bei der Bekanntgabe des Preises, die drei Wissenschaftler hätten «das Rätsel gelöst, wie die Zelle ihr Transportsystem organisiert». Sie trugen damit zum Verständnis von Krankheiten wie Diabetes bei.

Der Friedensnobelpreis ging dieses Jahr an die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) und wurde in Oslo verliehen. OPCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü nahm den Preis heute bei einer Zeremonie im Rathaus der norwegischen Hauptstadt entgegen. Die Organisation ist durch ihre Rolle bei der Zerstörung der syrischen Chemiewaffen zu Bekanntheit gelangt.

(SDA)

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