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«Dort stand die Mauer»

Angela Merkel hat Queen Elizabeth II. durchs Kanzleramt geführt. Dabei hat sie ihr einen Einblick in die deutsche Geschichte gegeben.

Offizieller Gastgeber: Bundespräsident Joachim Gauck hat die Queen im Schloss Bellevue empfangen.
Offizieller Gastgeber: Bundespräsident Joachim Gauck hat die Queen im Schloss Bellevue empfangen.
AFP
Es ist der fünfte Staatsbesuch der Queen.
Es ist der fünfte Staatsbesuch der Queen.
Keystone
Britische Flaggen zieren an vielen Orten in der deutschen Haupstadt das Strassenbild. (23. Juli)
Britische Flaggen zieren an vielen Orten in der deutschen Haupstadt das Strassenbild. (23. Juli)
Stephanie Pilick/EPA
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Berlin hat der britischen Königin Elizabeth II. zum Auftakt ihres fünften Staatsbesuchs in Deutschland am Mittwoch den roten Teppich ausgerollt: Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüssten die Monarchin herzlich an ihren Amtssitzen. Weitere Programmpunkte wie eine Bootsfahrt auf der Spree und eine Kranzniederlegung an der Gedenkstätte Neue Wache komplettierten den Ablauf der viel beachteten Visite. Elizabeth II. hält sich mit ihrem Mann Prinz Philip noch bis Freitag in der Bundesrepublik auf. Es ist der fünfte Staatsbesuch der Queen. Der erste fand 1965 statt. Insgesamt besuchte sie Deutschland häufiger, einige Reisen hatten protokollarisch aber einen anderen Status und teilweise lediglich privaten Charakter, weswegen sie nicht als Staatsbesuch zählten.

Offizieller Gastgeber ist Bundespräsident Gauck, der die ganz in Weiss gekleidete Elizabeth II. und Prinz Philip am Vormittag mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt in Schloss Bellevue mit militärischen Ehren empfing. Anschliessend fuhren das deutsche und das britische Staatsoberhaupt in einem schlichten offenen Boot über die Spree zum Regierungsviertel, wo die Königin von Bundeskanzlerin Merkel im Kanzleramt erwartet wurde.

Zahlreiche Schaulustige säumten die Ufer und Brücken, um einen kurzen Blick auf die Monarchin zu werfen. Zu einem Zusammentreffen mit der Bevölkerung kam es bei dem streng durchgeplanten Programm zunächst aber nicht.

Merkel und Königin zogen sich für ein 30-minütiges Gespräch zurück

Angela Merkel führte die Königin auf die Terrasse des Kanzleramtes. «Dort, wo der Zug fährt, da stand die Mauer», erklärte Merkel auf Englisch. Das Bundeskanzleramt hat auf Facebook ein Video dazu veröffentlicht.

Unser Kollege war nah dabei: Angela Merkel trifft die #Queen – und führt sie ein wenig durchs Kanzleramt. Die Königin erfährt dabei auch etwas Persönliches von der Gastgeberin:Posted by Bundesregierung on Mittwoch, 24. Juni 2015

Über Mittag zogen sich Merkel und die Königin zu einem vertraulichen, etwa 30-minütigen Gespräch zurück. Über den Inhalt wurde nichts bekannt. Der Besuch der Queen ist grundsätzlich rein repräsentativ, eine offizielle politische Funktion hat sie nicht. Es gilt allerdings als sicher, dass am Rande der Visite auch politische Themen zumindest inoffiziell diskutiert werden dürften.

Queen besucht Gedenkstätte

Anschliessend legte Elizabeth in der Neuen Wache einen Kranz nieder. Dabei handelt es sich um die zentrale deutsche Gedenkstätte für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Ihre Wege in der Hauptstadt legten die Königin und ihr Mann in einer speziell angefertigten Bentley-Limousine zurück, die den Passanten durch ihre extragrossen Fenster einen guten Blick auf das Monarchenpaar ermöglichte.

Für den Nachmittag wird sie dann bei einem Festakt anlässlich des 50. Jubiläums der von ihr initiierten Vortragsreihe «Queen's Lecture» an der TU Berlin erwartet, bei der der britische Kunsthistoriker und Museumsdirektor Neil MacGregor spricht. Am Abend ist ein Staatsbankett in Schloss Bellevue geplant.

Am Donnerstag wird die Königin die Hauptstadt tagsüber für einen Abstecher nach Frankfurt am Main zeitweise verlassen, am Abend aber zurückkehren. Am Freitag besucht sie das ehemalige NS-Konzentrationslager Bergen-Belsen in Niedersachsen, das am Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren von britischen Truppen befreit worden war. Von Celle aus fliegen sie und Prinz Philip anschliessend nach Grossbritannien.

SDA/woz

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