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Die wichtigsten Fragen rund um die Wahl

Wer ist Favorit? Wann kommen die ersten Resultate? Was man über die Schicksals-Wahl in Frankreich wissen muss.

Will Angela Merkel besuchen: Die zu einer Raute gefalteten Hände des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron. (16. März 2017)
Will Angela Merkel besuchen: Die zu einer Raute gefalteten Hände des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron. (16. März 2017)
Oliver Weiken/EPA, Keystone
Der Neue und der Alte: Emmanuel Macron (l.) und Francois Hollande gedenken am Arc de Triomphe der im zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten. (8. Mai 2017)
Der Neue und der Alte: Emmanuel Macron (l.) und Francois Hollande gedenken am Arc de Triomphe der im zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten. (8. Mai 2017)
Stepahne de Sakutin/AP, Keystone
Abstimmungszettel mit den Namen der beiden Kandidaten in Montreuil bei Paris. (6. Mai 2017)
Abstimmungszettel mit den Namen der beiden Kandidaten in Montreuil bei Paris. (6. Mai 2017)
Geoffroy von der Hasselt, AFP
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Sie gilt als Schicksalswahl für Frankreich und Europa: Am Sonntag wählen die Franzosen einen neuen Präsidenten. In der entscheidenden Stichwahl stehen sich der parteilose Pro-Europäer Emmanuel Macron und die rechtspopulistische EU-Gegnerin Marine Le Pen gegenüber. Die wichtigsten Fragen rund um die Wahl im Überblick:

Welchen Ausgang sagen Meinungsforscher voraus?

Umfragen zufolge ist der erst 39 Jahre alte Macron klarer Favorit. Meinungsforscher sehen den sozialliberalen Ex-Wirtschaftsminister bei etwas über 60 Prozent, also mehr als 20 Punkte vor Le Pen. Eigentlich ist das ein unaufholbarer Vorsprung. Nur bei einer extrem niedrigen Wahlbeteiligung oder bei einem unvorhersehbaren Ereignis wie einem Anschlag könnte die Front-National-Kandidatin Le Pen möglicherweise doch noch gewinnen. Wahlforscher rechnen derzeit mit einer Wahlbeteiligung von 75 Prozent – das ist für eine Präsidentschaftswahl recht wenig, würde einen Macron-Sieg aber nicht gefährden.

Wie läuft die Wahl ab?

In der ersten Wahlrunde am 23. April hatten Macron (24 Prozent) und Le Pen (21,3 Prozent) die meisten Stimmen erhalten und sich damit für die Stichwahl qualifiziert. Zur Wahl aufgerufen sind rund 47,5 Millionen Franzosen. Ihre Stimme abgeben können sie in einem von mehr als 69'000 Wahlbüros. Die Wahllokale sind von 8.00 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, in einigen grossen Städten bis 20 Uhr. Laut Gesetz dürfen die ersten Hochrechnungen nicht vor 20 Uhr veröffentlicht werden, um Wähler nicht zu beeinflussen.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten bei der Wahl?

Wegen der Anschlagsgefahr werden wie auch bei der ersten Wahlrunde landesweit mehr als 50'000 Polizisten und tausende Soldaten im Einsatz sein, ausserdem Gemeindepolizisten und private Sicherheitsleute. An den Wahllokalen wird es Taschenkontrollen und teilweise Metalldetektoren geben. Die Polizei wird auch die Siegesfeier des künftigen Präsidenten am Sonntagabend sichern müssen. Erstmals findet in Frankreich eine Präsidentschaftswahl im Ausnahmezustand statt. Dieser war nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 verhängt worden.

Wie geht es in den Tagen nach der Wahl weiter?

Schon am Montag könnte der neue Präsident an der Seite seines scheidenden Vorgängers François Hollande an einer offiziellen Zeremonie teilnehmen: In Frankreich wird am 8. Mai der deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg gedacht. Die Amtsübergabe wird spätestens am 14. Mai stattfinden. Ausserdem muss der neue Präsident eine vorläufige Regierungsmannschaft um einen Premierminister aufstellen. Die Regierung dürfte spätestens am 16. Mai stehen, denn am 17. Mai wird der neue Präsident seine erste Kabinettssitzung im Elysée-Palast leiten.

Kann Frankreichs künftiger Präsident durchregieren?

Ob der gewählte Präsident auch eine Parlamentsmehrheit für seine vorläufig aufgestellte Regierungsmannschaft bekommt, entscheidet sich erst am 11. und 18. Juni. Dann wählen die Franzosen eine neue Nationalversammlung. In den vergangenen 15 Jahren hat der frisch gewählte Präsident immer auch eine Parlamentsmehrheit erhalten. Unklar ist, ob es dieses Jahr auch so sein wird. Womöglich muss sich der Präsident nach der Parlamentswahl mit einer sogenannten Kohabitation abfinden, bei welcher der Premier aus einem anderen politischen Lager kommt.

AFP/sep

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