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«Die Türkei treibt in eine problematische Richtung»

Der Putschversuch liefere dem türkischen Präsidenten Erdogan den Vorwand für eine besonders radikale Säuberungswelle, sagt der Islamwissenschafter Maurus Reinkowski von der Uni Basel.

Philipp Hufschmid
Versucht, die absolute Herrschaft zu erringen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beim Gebet für Opfer des Putschversuchs in einer Istanbuler Moschee.
Versucht, die absolute Herrschaft zu erringen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beim Gebet für Opfer des Putschversuchs in einer Istanbuler Moschee.
Keystone

Herr Reinkowski, Präsident Erdogan wirft dem Prediger Fethullah Gülen vor, hinter dem Putschversuch zu stehen. Ist das plausibel?Maurus Reinkowski: Unmöglich ist es nicht, aber unwahrscheinlich. Zwar hat die Gülen-Bewegung viele Anhänger, und es ist ihr gelungen, die Polizei zu unterwandern. Doch die Armee, der traditionelle Gegenspieler des islamischen Spektrums in der Türkei, hat andere Rekrutierungswege. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass die Armee so sehr von der Gülen-Bewegung infiltriert ist, wie für einen Putsch nötig.

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