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Die Illusion der einfachen Lösung

Ungarns Alleingang würde sich rasch als Eigentor erweisen und eine Kettenreaktion auslösen.

Eigentlich müsste die Botschaft so lauten: Wir haben es angesichts von Krieg und Armut an den Rändern Europas mit einer höchst komplexen Herausforderung zu tun. Und wir haben nur gemeinsam überhaupt eine Chance. Aber die Regierungen erliegen ­immer wieder der Versuchung, die Illusion von der einfachen Lösung zu schüren. Dazu gehört auch die Vorstellung, dass im Alleingang der Andrang der Flüchtlinge und Migranten gestoppt werden könnte.

Ungarn demonstriert dies gerade. Zuerst kündigte der rechtsnationale Premier Viktor Orban an, mit einem Zaun entlang der Grenze zu Serbien den Flüchtlingsstrom auf der Balkanroute fernzuhalten. Dann überraschte die Regierung in Budapest ihre ­europäischen Partner mit der Ankündigung, das ­Abkommen von Dublin zu suspendieren und keine Asylbewerber aus anderen EU-Staaten mehr zurückzunehmen. Gestern kam dann der Rückzieher.

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