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«Die Griechen sind nicht plötzlich zu Faschisten geworden»

Die Verhaftung der Führungsspitze der rechtsextremen Goldenen Morgenröte reiche bei weitem nicht, sagt Griechenland-Kenner Ferry Batzoglou. Die Krisenpolitik habe versagt – und die EU stehe in der Pflicht.

Die Partei ist in der Krise stark gewachsen: Ein Anhänger der Goldenen Morgenröte. (6. Mai 2012)
Die Partei ist in der Krise stark gewachsen: Ein Anhänger der Goldenen Morgenröte. (6. Mai 2012)
Keystone
Migranten werden teilweise beinahe gelyncht: Mitglieder der Partei Goldene Morgenröte bei einer Kundgebung. (23. April 2012)
Migranten werden teilweise beinahe gelyncht: Mitglieder der Partei Goldene Morgenröte bei einer Kundgebung. (23. April 2012)
Reuters
Sie fühlen sich bedroht und fürchten sich vor weiteren Repressionen: Migranten demonstrieren in Athen gegen Rassismus.(24. April 2012)
Sie fühlen sich bedroht und fürchten sich vor weiteren Repressionen: Migranten demonstrieren in Athen gegen Rassismus.(24. April 2012)
Reuters
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Herr Batzoglou, die griechische Polizei hatte vor der heutigen Verhaftung führender Mitglieder der Goldenen Morgenröte die rechtsradikale Partei lange geduldet. Brauchte es einen politisch motivierten Mord, damit sie aktiv wurde? Es besteht überhaupt kein Zweifel, dass der offenbar politisch motivierte Mord an dem linken Musiker Pavlos Fyssas am 18. September zum harten Durchgreifen der Polizei und der Behörden geführt hat. Das Ermittlungsverfahren gegen die Exponenten der Goldenen Morgenröte wurde für griechische Verhältnisse innerhalb von eineinhalb Wochen geradezu rasant durchgeführt – der Fall Fyssas hat als Katalysator die Reflexe des Rechtsstaates aktiviert. Unter den 32 Haftbefehlen sind jedoch auch zwei gegen Polizisten. Das erhärtet den Verdacht, dass die Behörden während Jahren auf dem rechten Auge blind waren.

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