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Die Geblendeten – über das Missverständnis der Migration

Smartphones dienen nicht nur als Kompass. Sie zeichnen auch ein falsches Bild von einem Europa, das aus Luxus, Sex und Spass besteht.

Michael Stührenberg Das Magazin
«Die gesellschaftliche Utopie ist tot, damit bleibt nur noch die individuelle Utopie»: Ein Mann an Bord eines Rettungsboots auf dem Mittelmeer. Foto: Reuters
«Die gesellschaftliche Utopie ist tot, damit bleibt nur noch die individuelle Utopie»: Ein Mann an Bord eines Rettungsboots auf dem Mittelmeer. Foto: Reuters

Vielleicht ist es ja doch keine so gute Idee gewesen, Joseph Tonda in dieser Nacht in die Slums von Libreville zu folgen, um dort Bwiti Missoko beizuwohnen. Dieses Heilungsritual mag Anthropologen interessieren, ich aber bin wegen Afrikas gesellschaftlicher Gegenwart nach Gabun gekommen. Um in Gesprächen mit dem grossen Soziologen Joseph Tonda zu erkunden, wie sein Begriff der «Afrodystopie» zu verstehen ist. Inwiefern dieses Phänomen mit der Massenmigration von Afrikanern nach Europa zusammenhängt. Und warum Tonda, ein notorischer Querdenker, «Black Panther» als den «afrodystopischsten Film aller Zeiten» beschimpft. «Dystopie» – eine Utopie mit negativem Ausgang – ist jedenfalls eine von Tondas Lieblingsvokabeln, wie sich in den nächsten Tagen herausstellen wird.

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