Zum Hauptinhalt springen

Deutschland und China kritisieren sich – und bauen ihre Beziehungen aus

Deutschland und China wollen in nur drei Jahren ihr Handelsvolumen verdoppeln. Angela Merkel und Wen Jiabao sprachen in Hannover auch die Hindernisse an, die dem im Wege stehen.

China und Deutschland verstehen sich gut: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wen Jiabao, der Premierminister von China während der Eröffnungszeremonie der Hannover Messe. (23.4.2012)
China und Deutschland verstehen sich gut: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wen Jiabao, der Premierminister von China während der Eröffnungszeremonie der Hannover Messe. (23.4.2012)
Keystone

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao haben heute auf der Hannover Messe trotz des Lobes für die starken Wirtschaftsbeziehungen in ihren Reden auch Streitthemen angesprochen.

Merkel forderte von China auf einem gemeinsamen Wirtschaftsforum den besseren Schutz geistigen Eigentums deutscher Unternehmen und einen fairen Wettbewerb. Der chinesische Ministerpräsident verlangte im Gegenzug, den Export von Spitzentechnik aus der EU in die Volksrepublik zu erleichtern.

Wen verspricht Schutz geistigen Eigentums

Wen versprach, China werde geistiges Eigentum effektiv schützen und sicherte zu, dass alle Unternehmen auf dem chinesischen Markt fair behandelt würden. Die gegenseitigen Forderungen machten jeweils nur einen kleinen Teil der Reden der beiden Regierungschefs auf, was allerdings den gängigen Höflichkeitsregeln des diplomatischen Austauschs entspricht.

Abseits davon lobte der chinesische Ministerpräsident, Deutschland und China hätten auf ihrem gemeinsamen Weg seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 40 Jahren «glänzende Spuren hinterlassen».

Fruchtbare Wirtschaftsbeziehungen

Die Wirtschaftsbeziehungen von Deutschland und China seien gegenseitig befruchtend. «Die Stabilität der wirtschaftlichen Beziehungen beruht auf Vertrauen», sagte Wen. Beide Länder seien Freunde, nicht Rivalen. Derzeit sei die chinesische Wirtschaft im Wandel, die Volksrepublik lege mittlerweile gleichermassen Wert auf Im- und Exporte.

Merkel erklärte, die wachsende Stärke der chinesischen Wirtschaft sei kein Problem für die heimische Wirtschaft. «Das ist ein Ansporn für deutsche Unternehmen», sagte Merkel und lobte die guten Beziehungen zur Volksrepublik. «China und Deutschland, das sind zwei Länder, die sich gut ergänzen.» Die Bundeskanzlerin lobte den grossen Warenaustausch zwischen beiden Staaten, in den vergangenen zehn Jahren sei der Handel um 400 Prozent gewachsen.

Ausbau des Handels geplant

Der deutsch-chinesische Handel soll nach den Worten von Wen Jiabao in den kommenden Jahren stark zulegen. «Wir wollen im Jahr 2015 ein Volumen von 280 Milliarden Dollar erreichen», sagte Wen auf dem deutsch-chinesischen Wirtschaftsforum auf der Hannover-Messe. Im Jahr 2011 betrug das deutsch-chinesische Handelsvolumen nach Angaben von Bundeskanzlerin Merkel 144 Milliarden Euro.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch