Deutschland scheitert am eigenen Anspruch

Lange galt Deutschland als Vorreiter beim Klimaschutz. Derzeit sieht es aber danach aus, dass der Co-Gastgeber der UNO-Klimakonferenz seine Emissionsziele klar verfehlen wird. Und die Koalitionsgespräche deuten nicht auf eine Kursänderung hin.

Deutsches Braunkohlekraftwerk: Umweltverbände fordern die Halbierung der Stromproduktion aus Kohlekraftwerken.

(Bild: Fotolia)

Deutschland kommt mit den Zielen für den Klimaschutz nicht ­voran. Im Energiesektor sind die deutschen Treibhausgasemissionen heute höher als noch im Jahr 2009. In den vergangenen drei Jahren stiegen auch die Gesamtemissionen wieder spürbar an.

Zugleich kommt der Ausbau erneuerbarer Energien nur noch schleppend voran: Von 2015 bis 2016 stieg ihr Anteil beim Stromverbrauch um gerade einmal 0,2 Prozentpunkte, im Wärmesektor stagniert er.

Wenn die sich anbahnende ­Jamaika-Koalition das Steuer nicht radikal herumreisst, wird Deutschland sein Ziel weit verfehlen, die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent verglichen mit 1990 zu verringern. Derzeit beträgt das Minus nicht einmal 28 Prozent. Selbst das deutsche Umweltministerium rechnet ohne einen Kurswechsel mit nur rund 32 Prozent Minderung bis 2020.

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