Zum Hauptinhalt springen

Der Plagiator wird zum Denker

Karl-Theodor zu Guttenbergs steile politische Karriere wurde durch die Affäre um seine abgeschriebene Doktorarbeit jäh gestoppt. Nun gelangt er in Washington zu neuen Ehren.

«Angesehener Staatsmann»: Der deutsche Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
«Angesehener Staatsmann»: Der deutsche Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
Keystone

Der ehemalige deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg kommt in seinem US-amerikanischen Exil zu neuen Ehren: Informationen des Nachrichtenmagazins «Spiegel online» zufolge schliesst sich der CSU-Politiker der renommierten Denkfabrik «Center for Strategic and International Studies» (CSIS) an.

Guttenberg war zu Beginn des Jahres über eine Plagiatsaffäre gestolpert. Seine Doktorarbeit scheint er in weiten Teilen von anderen Autoren abgeschrieben zu haben, ohne dies ausreichend gekennzeichnet zu haben. Die Affäre kostete Guttenberg am Ende sein Amt. Der Doktortitel wurde ihm inzwischen von der Universität Bayreuth aberkannt. Derzeit läuft gegen Guttenberg ein Ermittlungsverfahren wegen Urheberrechtsverletzung, das bald zur Anklage gebracht werden soll. Nach seinem Rücktritt Anfang März ging Guttenberg in die USA, wo er sich in der Nähe von New York ein Millionenanwesen gekauft haben soll.

Der «angesehene Staatsmann»

Sein offizieller Titel beim CSIS lautet: «Distinguished Statesman», was so viel bedeutet wie «angesehener Staatsmann». «Es ist mir eine Ehre, Minister Guttenberg am CSIS zu begrüssen», liess CSIS-Präsident John Hamre in einer Stellungnahme gegenüber «Spiegel online» verlauten. Den 40-Jährigen zeichne eine «tiefe Hingabe zur transatlantischen Partnerschaft» aus. Zudem, so die CSIS-Stellungnahme, habe Guttenberg als Verteidigungsminister die bedeutendste Bundeswehrreform seit 1995 verantwortet.

Guttenberg soll am Institut laut «Spiegel online» ein neues Dialogformat zu Fragen der transatlantischen Beziehungen leiten. Für seine Tätigkeit erhält er kein Honorar.

Das CSIS gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten der vielen Thinktanks in den USA und ist unabhängig gegenüber Demokraten und Republikanern. Es liefert Entscheidungsträgern Studien und Analysen, unter anderem zu wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen. Die Denkfabrik hat rund 200 Mitarbeiter und ein Jahresbudget von knapp 30 Millionen Dollar, der grösste Teil davon sind Spenden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch