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«Das sind doch faule Ausreden»

Journalistin Klara Obermüller fordert Verteidigungsminister Guttenberg auf, sich für seine Plagiate zu entschuldigen. Die Uni Bayreuth hat ihm derweil eine Frist angesetzt, sich zu den Schummel-Vorwürfen zu äussern.

«Guttenberg soll seinen Fehler zugeben»: Klara Obermüller verlangt vom deutschen Verteidigungsminister Guttenberg eine Entschuldigung.
«Guttenberg soll seinen Fehler zugeben»: Klara Obermüller verlangt vom deutschen Verteidigungsminister Guttenberg eine Entschuldigung.
Keystone

Journalistin Klara Obermüller fordert deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf, sich für seine Plagiate wenigstens zu entschuldigen. In seiner Dissertation hatte der CSU-Politiker mehr als die Hälfte eines Artikels, den Obermüller 2003 für die «NZZ am Sonntag» verfasst hatte, ohne Angabe der Quelle übernommen.

«Diebstahl geistigen Eigentums»

«Auf gut Deutsch könnte man es auch Diebstahl geistigen Eigentums oder schlicht Gedankenklau nennen», schreibt Obermüller für die Tageszeitung «Die Welt». Sie würde sich wünschen, dass Guttenberg «seinen Fehler zugibt und sich entschuldigt».

Rechtliche Schritte will die namhafte Publizistin nicht unternehmen. «Kläglicher als das Abschreiben finde ich die Art, wie er bisher zu verharmlosen und sich herauszureden versucht hat», schreibt Obermüller. Ganze Passagen und zentrale Gedankengänge gerieten nicht von allein in den eigenen Text. Das seien «faule Ausreden».

Uni setzt Guttenberg Frist

Der deutsche Verteidigungsminister muss sich innerhalb von zwei Wochen gegenüber der Universität Bayreuth zu dem Vorwurf äussern, er habe Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben. Guttenberg sei in einem Brief darauf hingewiesen worden, dass er etwa 14 Tage Zeit für eine schriftliche Stellungnahme habe, sagte ein Universitätssprecher am Donnerstag. Er gehe davon aus, dass das Schreiben den Minister spätestens am Montag erreichen werde.

Die Kommission zur Selbstkontrolle in der Wissenschaft der Universität werde nach der Reaktion Guttenbergs erneut zusammenkommen und über das weitere Vorgehen beraten. Die nächsten Massnahmen seien aber jetzt noch nicht absehbar. Am Ende eines möglichen Prüfverfahrens spreche das Gremium eine Empfehlung aus. Über die Frage, ob ein Doktortitel aberkannt werde, müsste letztlich die Fakultät entscheiden.

«Der Fall ist in den besten Händen»

Das bayerische Wissenschaftsministerium sieht sich bei der Aufklärung der Plagiatsvorwürfe vorerst nicht zum Handeln gezwungen. Das Prüfverfahren an der Universität Bayreuth sei mit der Anforderung einer schriftlichen Stellungnahme «ordnungsgemäss eingeleitet» worden, sagte eine Ministeriumssprecherin am Donnerstag. Der Fall sei bei der Kommission zur Selbstkontrolle in der Wissenschaft «in den besten Händen».

Guttenberg soll in seiner Dissertation einige Passagen wortwörtlich von anderen Autoren übernommen, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen. Der Minister hat den Vorwurf der Täuschung als abstrus zurückgewiesen.

dapd/pbe

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