Zum Hauptinhalt springen

Christian Lindner ist neuer FDP-Chef

Die deutsche FDP hat am Parteitag in Berlin ihren neuen Chef gewählt. Der 34-jährige Christian Lindner setzt sich gegen zwei Konkurrenten durch. Zuvor hatte der abtretende Philipp Rösler Fehler eingeräumt.

Will die FDP zurück in den Bundestag führen: Christian Lindner spricht am Parteitag in Berlin. (7. Dezember 2013)
Will die FDP zurück in den Bundestag führen: Christian Lindner spricht am Parteitag in Berlin. (7. Dezember 2013)
Keystone
Galt schon früh als Nachfolger auf Philipp Röslers Posten: Christian Lindner neben dem amtierenden FDP-Chef. (13. Mai 2012)
Galt schon früh als Nachfolger auf Philipp Röslers Posten: Christian Lindner neben dem amtierenden FDP-Chef. (13. Mai 2012)
Reuters
Sein Politstil wird als personenbezogen und volksnah bezeichnet: Christian Lindner.
Sein Politstil wird als personenbezogen und volksnah bezeichnet: Christian Lindner.
Keystone
1 / 8

Der 34-jährige Christian Lindner ist neuer Chef der FDP. Bei der Wahl auf dem Bundesparteitag in Berlin setzte sich der bisherige Parteivize mit 79,04 Prozent der Stimmen gegen zwei weitgehend unbekannte Kandidaten durch.

In seiner Bewerbungsrede hatte Linder als Ziel ausgegeben, die FDP bei der nächsten Wahl 2017 zurück in den Bundestag zu führen. Linder bezeichnete sein Wahlergebnis als «tolles Votum». Die Art der Auseinandersetzung auf dem Parteitag sei «stilbildend» für die FDP.

Auf ihrem ersten Parteitag seit der Niederlage bei der Bundestagswahl im September will sich die FDP eine komplett neue Führung geben. Auch Präsidium und Vorstand sollen neu gewählt werden.

Rösler räumt Fehler ein

In seiner Abschiedsrede als Chef der deutschen FDP hat Philipp Rösler mangelnde Loyalität in der bisherigen Führung beklagt. «Ich hätte mich über ein bisschen mehr Unterstützung im ganzen Team gefreut», sagte Rösler. Zu oft habe er als FDP-Chef alleine gestanden, ohne dass ein starkes Team ihn unterstützt hätte. Selbstkritisch räumte Rösler dabei auch eigene Versäumnisse ein: «Auch mir ist es nicht gelungen, aus den unterschiedlichen Charakteren ein starkes Team zu bilden.»

Die inhaltlichen Ursachen für die Schlappe bei der Bundestagswahl seien bereits vor seiner Wahl zum FDP-Chef 2011 zu suchen, sagte Rösler weiter. Die Partei habe sich mit dem Versprechen von Steuersenkungen zu sehr auf ein Thema reduziert. «Das ist zu wenig für eine liberale Partei in Deutschland», sagte Rösler. «Liberalismus ist mehr als nur ein Thema.»

Der scheidende Partei-Chef räumte ein, dass es ihm nicht gelungen sei, die FDP thematisch breiter aufzustellen. «Am Ende ist es mir nicht gelungen, ein Team zu bilden, unsere Partei zu motivieren und trotz einiger Landtagswahlerfolge die inhaltliche Kehrtwende auch für die Bundestagswahl zu bewirken», sagte Rösler. «Das tut mir am meisten weh.»

«Aus den gemachten Fehlern lernen»

Rösler rief die Delegierten zu einer kritischen Bestandsaufnahme und zu einem Neubeginn auf. «Nur wenn wir offen die geschehenen Dinge ansprechen, haben wir die Chance, aus den gemachten Fehlern zu lernen, damit sie in Zukunft im Interesse der Partei nicht mehr gemacht werden.»

Um die Zukunft der FDP mache er sich aber keine Sorgen, beteuerte Rösler. Gerade angesichts der künftigen Koalition aus Union und SPD werde eine liberale Stimme benötigt: «Es ist keine grosse Koalition für unser Land, sondern eine grosse Katastrophe.»

AFP

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch