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Charbs Vermächtnis

Der Chefredaktor von ­«Charlie Hebdo» rechnete kurz vor seiner Ermordung mit seinen Kritikern ab. Nun ist das Buch erschienen.

In seinem posthumen Essay geht er gegen die ins Gericht, die sich gerne auf der richtigen Seite wähnen: «Charlie Hebdo»-Chefredaktor Stéphane Charbonnier, genannt Charb. (19. September 2012)
In seinem posthumen Essay geht er gegen die ins Gericht, die sich gerne auf der richtigen Seite wähnen: «Charlie Hebdo»-Chefredaktor Stéphane Charbonnier, genannt Charb. (19. September 2012)
Yoan Valat, Keystone
Am Ende kommt Charb in seinem Essay immer wieder auf einen einfaches Argument zurück: Der Rassismus werde mit Islamophobie verwechselt, die Islamophobie mit Rassismus. (19. September 2012)
Am Ende kommt Charb in seinem Essay immer wieder auf einen einfaches Argument zurück: Der Rassismus werde mit Islamophobie verwechselt, die Islamophobie mit Rassismus. (19. September 2012)
Jacky Naegelen, Reuters
Gedenken an Charb: Am 7. Januar 2015 stürmten die Brüder Kouachi mit Kalaschnikows bewaffnet die Redaktionsräume von «Charlie Hebdo». Sie erschossen zuerst Charb, dann elf weitere Menschen. (16. Januar 2015)
Gedenken an Charb: Am 7. Januar 2015 stürmten die Brüder Kouachi mit Kalaschnikows bewaffnet die Redaktionsräume von «Charlie Hebdo». Sie erschossen zuerst Charb, dann elf weitere Menschen. (16. Januar 2015)
Martin Bureau, Keystone
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Charb war nicht naiv. Er wusste, dass es eines Tages passieren konnte. In seinem knapp 100  Seiten kurzen Buch beschreibt der Chefredaktor des Satire­magazins «Charlie Hebdo», wie er seinen Namen auf der Liste der zehn meistgesuchten «Verbrecher gegen den Islam» des propagandistischen Onlinemagazins «Inspire» von al-Qaida entdeckt: «Da steht mein Name, falsch geschrieben, aber ein Foto daneben, das meine verstörte Fresse zeigt. In Nachbarschaft mit dem unvermeidlichen Salman Rushdie.» Daneben die Worte: Yes we can. «Brief an die Trickbetrüger der Islamophobie, die den Rassisten in die Hand arbeiten» lautet der ziemlich komplizierte Titel seines Essays. In den Weihnachtsferien hatte Stéphane Charbonnier, genannt Charb, die Niederschrift abgeschlossen, am 5. Januar die korrigierten Fahnen an den Verleger zurückgeschickt. Zwei Tage später stürmten die Brüder Kouachi mit Kalaschnikows bewaffnet die Redaktionsräume von «Charlie Hebdo». Sie erschossen zuerst ihn, dann elf weitere Menschen. Charbs posthumes Buch ist sein Testament. Anders lässt es sich nicht lesen. «Gemischtwarenhändler der Islamophobie»

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