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Berlusconi-Vertrauter in Rom verhaftet

Während Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi sein politisches Comeback plant, erschüttert ein Betrugsskandal seine Partei Popolo della Libertà: Der Fraktionschef Franco Fiorito wurde heute festgenommen.

Beteuert seine Unschuld: Franco Fiorito blickt vor der Verhaftung aus dem Fenster seines Hauses in Rom. (2. Oktober 2012)
Beteuert seine Unschuld: Franco Fiorito blickt vor der Verhaftung aus dem Fenster seines Hauses in Rom. (2. Oktober 2012)
Keystone

Silvio Berlusconi muss eine schwere Blamage hinnehmen. Der Fraktionschef der Partei Popolo della Libertà in der mittelitalienischen Region Lazio, Franco Fiorito, ist heute Dienstag wegen Veruntreuung von Parteigeldern verhaftet worden.

Der Kassier der Partei des ehemaligen italienischen Premiers der PdL («Volk der Freiheit») wird beschuldigt, 1,3 Millionen Euro eingesteckt zu haben. Dies berichteten die ermittelnden Staatsanwälte in Rom.

Partys mit Austern und Champagner

Der 41-jährige Fiorito ist eine Schlüsselfigur im Skandal, der seit Wochen die Partei erschüttert und der vor einer Woche zum Rücktritt der Präsidentin der Region Lazio, Renata Polverini, geführt hatte.

Polverinis Demission führte zur Auflösung des gesamten Regionalparlaments, das unter mehrheitlicher PdL-Führung stand. Nach diesem Schritt sind Neuwahlen erforderlich.

Fiorito und mehrere Regionalräte der Berlusconi-Partei in Lazio werden beschuldigt, sich luxuriöse Geschäftsessen und Partys mit Austern und Champagner gegönnt zu haben. Ausserdem sollen sie Spesenabrechnungen systematisch gefälscht haben, um Steuergelder in Millionenhöhe direkt einstreichen zu können.

Fünf Konten mit Schwarzgeld

Fiorito, der seine Unschuld beteuerte, soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Luxus gelebt, Wahlkampfgelder abgezweigt und Rechnungen gefälscht haben. Allein fünf Konten für Schwarzgelder werden in Spanien gezählt. Auch gegen zwei weitere Regionalräte wird ermittelt.

Berlusconi erwägt eine Rückkehr in die politische Arena. Bei den Parlamentswahlen im kommenden Frühling zieht er eine Kandidatur als Premier einer Mitte-rechts-Allianz in Betracht.

SDA/fko

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