Zum Hauptinhalt springen

«Auf einmal gibt es das kollektive Gefühl: ‹Wir müssen helfen›»

Hilfsbereitschaft auf der einen Seite, Fragwürdiges auf der anderen. Korrespondent Bernhard Odehnal zur Lage der Flüchtlinge an der österreichisch-ungarischen Grenze.

Träume können sich erfüllen oder platzen: Ein Mädchen bläst Seifenblasen, während andere Flüchtlinge an Bord eines Busses steigen im österreichischen Nickelsdorf. (6. September 2015)
Träume können sich erfüllen oder platzen: Ein Mädchen bläst Seifenblasen, während andere Flüchtlinge an Bord eines Busses steigen im österreichischen Nickelsdorf. (6. September 2015)
Srdjan Zivulovic, Reuters

Wie beurteilen Sie die allgemeine Lage in Nickelsdorf? Wie geht die Bevölkerung mit der schwierigen Situation um?

Die ganze Bevölkerung zieht im Moment an einem Strang. Man kann allerdings kaum sagen, wie lange das noch anhält. Die Menschen sind hier so hilfsbereit, weil sie wissen, dass die Flüchtlinge auch wieder weiterreisen und nicht in Österreich bleiben. Gestern haben von 11’000 Durchreisenden gerade einmal 20 Personen einen Asylantrag gestellt, die anderen sind nach Deutschland weitergefahren. Das ist aber nicht der einzige Grund. Auf einmal gibt es hier dieses kollektive Gefühl: «Wir müssen den Menschen helfen». Je mehr Menschen direkt in den Kontakt mit Flüchtlingen kommen, desto mehr verlieren sie auch die Angst vor ihnen. Sie sehen, das sind Familien mit Kindern, wie wir sie haben.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.