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Auf dem Basar des Gewissens

Silvio Berlusconi gewann die Vertrauensabstimmung im Parlament – mit zweifelhaften Methoden. Die Italiener schauen mit Fatalismus auf ihre Politiker. Und die Volksvertreter verbergen nicht einmal mehr ihr käufliches Treiben.

Strippenzieher mit Erfolg: Silvio Berlusconi.
Strippenzieher mit Erfolg: Silvio Berlusconi.
Keystone

Vertrauen kostet. Wie viel genau, das werden die Italiener wahrscheinlich nie erfahren. Einige Hunderttausend Euro? Die Tilgung einer Hypothek? Ein Beratermandat? Einen Posten als Ministerin oder als Staatssekretär? Doch vielleicht ist der Preis gar nicht so wichtig. Am letzten Dienstag, dem 14. Dezember, hat Silvio Berlusconi im Parlament eine Vertrauensabstimmung gewonnen, von der es nur Tage davor geheissen hatte, dass er sie unmöglich gewinnen könne, dass ihm dazu mindestens ein halbes Dutzend Stimmen fehlen würden. Stimmen von Leuten, die sich politisch von ihm abgewandt hatten und ihren Bruch mit schweren und bedeutenden Worten ins Land posaunten – bis kurz vor der Abstimmung. Man sprach denn auch von Berlusconis Stunde der Wahrheit, von dessen Schicksalstag.

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