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Alle vier Tage begeht ein französischer Polizist Suizid

Eine besorgniserregend hohe Zahl von Suiziden innerhalb der Polizei hat Frankreichs Innenminister alarmiert.

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Trauernde Polizisten in Versailles nach dem Tod einer Kollegin und eines Kollegen, die von Extremisten getötet wurden. (17. Juni 2016)
Trauernde Polizisten in Versailles nach dem Tod einer Kollegin und eines Kollegen, die von Extremisten getötet wurden. (17. Juni 2016)
Kamil Zihnioglu, Keystone

Die Welle von Suiziden in der französischen Polizei setzt sich fort. Künftig sollen die psychologische Betreuung verbessert und mit einer Präventionseinheit Notfälle frühzeitig erkannt werden, kündigte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner am Freitag an.

Castaner reagierte damit auf neue, vor wenigen Tagen bekannt gewordene Fälle. Damit haben sich seit Januar in Frankreich bereits 24 Polizisten und 2 Gendarmen das Leben genommen, wie französische Medien unter Berufung auf Behördenangaben berichteten. Im gesamten Jahr 2018 seien es 35 Polizisten und 33 Gendarmen gewesen.

Wichtig seien Schulungen zur Sensibilisierung und eine Notfallnummer, die 24 Stunden erreichbar sei, so Castaner. Selbsttötungen von Polizisten und Polizistinnen werde er niemals als gegeben hinnehmen, betonte der Minister. Sein Vorgänger Gérard Collomb hatte bereits 2017 einen Aktionsplan angekündigt, nachdem die Zahlen angestiegen werden.

«Wir explodieren. Wir haben Millionen von Überstunden», kritisierte Daniel Chomette von der Polizeigewerkschaft SGP FO im Gespräch mit dem Sender Franceinfo. Die terroristische Bedrohung, aber auch Bewegungen wie die seit Mitte November in Frankreich demonstrierenden «Gelbwesten» erhöhten den Druck innerhalb der Polizei. Es gebe keine Zeit mehr, «die Batterien aufzuladen», so Chomette. Ein weiteres Problem sei die strenge Hierarchie innerhalb der Polizei.

(SDA)

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