Zum Hauptinhalt springen

Abzug aus Georgien: Sarkozy droht Medwedew mit Konsequenzen

Trotz der Vereinbarung über einen Rückzug bewegen sich die russischen Truppen in Georgien nicht. Morgen werden sich die ersten Soldaten zurückziehen, kündigt Präsident Medwedew nach einem Gespräch mit Nicolas Sarkozy an.

Rückzung verzögert: Russische Truppen in der georgischen Hafenstadt Poti.
Rückzung verzögert: Russische Truppen in der georgischen Hafenstadt Poti.

Russland beginnt am Montag mit dem Truppenabzug aus dem Konfliktgebiet. Das kündigte Präsident Dmitri Medwedew am Sonntag an. Die Massnahme betreffe jene Einheiten, die zur Verstärkung der russischen Friedenstruppen an der Offensive in Georgien teilgenommen hätten, sagte Medwedew in einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

Sarkozys Drohung

Das französische Präsidialamt bestätigte diese Ankündigung. Sarkozy habe Medwedew angerufen, um ihn vor den ernsten Folgen für die Beziehungen zwischen der EU und Russland zu warnen, sollte die russische Armee nicht wie in dem Waffenstillstandsabkommen vereinbart aus dem Nachbarland abziehen, erklärte das Präsidialamt in Paris.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt unterdessen ihre Vermittlungsbemühungen fort. Zwei Tage nach ihrem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew traf Merkel in Tiflis mit dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili zusammen.

Russen befestigen Panzerstellungen

Die russischen Truppen errichteten Befestigungen um ihre Panzerstellungen und postierten Wachen auf einem Berg nahe der Stadt Igoeti, 50 Kilometer westlich von Tiflis.

Die russischen Truppen halten die zentrale Ost-West-Strassenverbindung unter ihrer Kontrolle. Ihre Soldaten befinden sich in grosser Zahl in der Umgebung der Stadt Gori sowie in Senaki. Von dort aus kann der Zugang nach Abchasien und zum Schwarzmeerhafen Poti überwacht werden. Besetzt wurde nach russischen Angaben auch das Wasserkraftwerk Inguri in Westgeorgien.

Zwangsarbeit in Zchinwali

In Zchinwali, der Hauptstadt von Südossetien, sah ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, wie ein russischer Offizier und bewaffnete Osseten ältere georgische Männer dazu zwangen, Trümmer von einer Strasse zu räumen. Das georgische Aussenministerium warf russischen Truppen und separatistischen Kämpfern in Abchasien vor, in dieser Region 13 Dörfer eingenommen zu haben.

Russland und Georgien haben ein von der EU vorgelegtes Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, das den Abzug der russischen Truppen aus dem georgischen Kernland vorsieht. Es sehe aber so aus, als ob Russland seine Zusagen nicht einhalte, sagte US-Aussenministerin Condoleezza Rice.

SDA/grü

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch