Strache nimmt EU-Mandat nicht an

Der Ex-FPÖ-Chef geht nicht nach Brüssel. Er bereitet aber sein Comeback in der Politik vor.

Geht nicht nach Brüssel: Heinz-Christian Strache nimmt Stellung zu den Gründen. Video: Facebook

Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache will nicht ins EU-Parlament einziehen. «Ich habe nach reiflichen Überlegungen, langen Gesprächen mit meiner Frau und der Familie sowie eng vertrauten Wegbegleitern die Entscheidung getroffen, das EU-Mandat nicht anzunehmen.» Das sei kein politisches Kalkül «und schon gar kein Deal», sagte er. Damit ging er auf Spekulationen ein, dass die äusserst aussichtsreiche Kandidatur seiner Frau Philippa für den Nationalrat auf Platz drei der Wiener FPÖ-Landesliste Voraussetzung für seinen Verzicht auf ein EU-Mandat sei.

Die Rückkehr dürfte folgen

Der Rechtspopulist deutete auch eine Rückkehr in die Politik an. Allerdings will er die Aufklärung des vor einem Monat publik gewordenen Ibiza-Skandals abwarten und vorderhand als einfaches Parteimitglied arbeiten.

Strache hatte bei der EU-Wahl am 26. Mai von den Wählern fast 45'000 Vorzugsstimmen bekommen, was ihm im Prinzip ein Mandat im EU-Parlament sicherte. Anders als in Deutschland konnten Wähler in Österreich mit ihrer Stimme eine Partei wählen, aber auch zusätzlich mit einem ergänzenden Hinweis einen bestimmten Kandidaten unterstützen.

Strache war Mitte Mai von allen Ämtern zurückgetretenen, nachdem ein von «Spiegel» und «Süddeutscher Zeitung» veröffentlichtes Video von 2017 ihn in massiven Misskredit gebrach hatte. Darin hatte er einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte Staatsaufträge im Gegenzug für Wahlkampfhilfe zugunsten der FPÖ in Aussicht gestellt. Sein Rücktritt hatte eine politische Kettenreaktion zur Folge an deren Ende auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) durch ein Misstrauensvotum gestürzt wurde. Voraussichtlich am 29. September wählt Österreich ein neues Parlament.

red

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