Italien will Häfen auch für internationale Einsatzschiffe sperren

Der italienische Innenminister Matteo Salvini kündet weitere Verschärfungen an. Sie richten sich gegen internationale Rettungseinsätze.

Für seine Scharfmacherei berühmt und berüchtigt: Matteo Salvini.

Für seine Scharfmacherei berühmt und berüchtigt: Matteo Salvini.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Italien will keine Schiffe mit aus Seenot geretteten Migranten mehr in seine Häfen lassen. Er werde von seinen EU-Kollegen beim Ministertreffen am Donnerstag in Innsbruck entsprechende Zusicherungen verlangen, kündigte Innenminister Matteo Salvini am Sonntag an.

Nachdem bereits Schiffen von Hilfsorganisationen das Anlegen verweigert worden sei, solle dies auch für internationale Grenzschutz- und Rettungseinsätze im Mittelmeer gelten.

Die vorige Regierung habe zugestimmt, alle von EU-Einsatzschiffen gerettet Migranten aufzunehmen. Das gelte für seine Regierung nicht mehr, sagte Salvini, der zur rechten Lega gehört. Am Samstag hatte ein irisches Schiff des EU-Einsatzes Sophia 100 Migranten nach Messina auf Sizilien gebracht.

Am Rande des Treffens am Donnerstag sind auch Beratungen Salvinis mit seinen Kollegen aus Deutschland und Österreich geplant. Deutschland will bereits in anderen Ländern registrierte Flüchtlinge nach der Einreise binnen 48 Stunden dorthin zurückschicken und dazu bilaterale oder trilaterale Rücknahmeabkommen schliessen. Österreich hat daraufhin erklärt, seine südlichen Grenzen zu Italien und Slowenien stärker zu schützen. Italien weigert sich bislang, an der deutschen Grenze gestoppte Migranten zurückzunehmen. (nag/AFP)

Erstellt: 08.07.2018, 18:48 Uhr

Artikel zum Thema

Flüchtlinge zurück nach Afrika – Italien macht Druck auf EU-Partner

Am EU-Gipfel in Brüssel zeichnet sich eine Trendwende in der Migrationspolitik ab. Mehr...

Salvini will Mafia-Gegner nicht mehr beschützen

Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano steht seit zwölf Jahren unter Polizeischutz. Nun will Italiens neuer Innenminister die Bodyguards abziehen. Mehr...

Italiens Regierungschef ist gegen Roma-Zählung

Giuseppe Conte stellt sich gegen seinen Innenminister Salvini: Niemand plane einen Zensus auf der Basis der ethnischen Zugehörigkeit. Mehr...

Service

Kommentare

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Dürre: Ein Teich in der Nähe der texanischen Ortschaft Commerce ist vollständig ausgetrocknet. Für die nächsten zehn Tage werden in der Region Temperaturen von mehr als 37.7 Grad erwartet. (16.Juli 2018)
(Bild: Larry W.Smith/EPA) Mehr...