Iranische Linienmaschinen werden nicht mehr aufgetankt

Deutschland, Grossbritannien und die Emirate haben bereits auf eine neue US-Sanktion gegen den Iran reagiert. Was macht die Schweiz?

Schwierige Aussichten: Eine Maschine der Iran Air am Flughafen in Teheran.

Schwierige Aussichten: Eine Maschine der Iran Air am Flughafen in Teheran.

(Bild: Keystone)

Im Zuge der neuen Sanktionen gegen Teheran werden nach dortigen Angaben iranische Linienmaschinen auf deutschen Flughäfen nicht mehr aufgetankt. Nach dem Inkraftsetzen von Sanktionen der USA und anderer Länder gegen die Islamische Republik bekämen iranische Linienflugzeuge bereits seit Donnerstag auch auf Flughäfen in Grossbritannien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten keinen Treibstoff mehr, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna am Montag den Sekretär des Verbandes iranischer Fluggesellschaften, Mehdi Alijari. Deutschland, Grossbritannien und die Emirate reagierten demnach damit auf die Entscheidung des US-Kongresses, den Verkauf von Treibstoffen an den Iran mit Strafmassnahmen zu belegen.

Infolge der Massnahmen hätten die staatliche Fluggesellschaft Iran Air und die private iranische Airline Mahan «Probleme» bekommen, sagte Alijari laut Isna. Er rief die Internationale Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO) auf, gegen diese «illegale Anwendung solcher Sanktionen» einzuschreiten. Auch die nationalen Luftfahrtbehörden, Aussen- und Verkehrsministerien sollten sich gegen die US-Politik wenden. Der Sprecher des Auswärtigen Ausschusses des iranischen Parlaments, Kasem Dschalali sagte laut Presseberichten, die Weigerung, zivile Flugzeuge aufzutanken, sei «eine unmenschliche Handlung» und widerspreche internationalen Regeln. Teheran behalte sich das Recht vor, bei den Vereinten Nationen und der ICAO Beschwerde einzulegen.

Schweiz nicht tangiert

In der Schweiz funktioniert der Flughafenverkehr von Genf nach Teheran noch ungehindert weiter. «Wir haben in dieser Hinsicht keine Direktiven vom Bund erhalten», sagt Bertrand Stämpfli vom Flughafen Genf gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Auch Daniel Göring vom Bundesamt für Zivilluftfahrt bestätigt diesen Sachverhalt.

Im Atomstreit mit dem Iran hatte der Uno-Sicherheitsrat am 9. Juni weitere Sanktionen gegen das Land beschlossen. Zusätzlich verschärften die USA und die EU ihre jeweiligen Strafmassnahmen. Der Westen fürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel der friedlichen Kernkraftnutzung heimlich am Bau von Atomwaffen arbeitet. Teheran bestreitet dies.

sam/jak

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