Eine fast sowjetische Normalität

Namenslisten, Beweisfotos und Schläge ins Gesicht: Ein Tag mit Wahlbeobachtern in Südrussland zeigt, auf welche zweifelhafte Weise der Sieg Wladimir Putins zustande gekommen ist.

Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie Wahlhelfer in Moskau massenhaft Stimmzettel in eine Urne stopfen. (Video: Tamedia/AFP)
Julian Hans@juli_anh

Der Tag ist noch jung und die Stimmung im Wahllokal Nummer 1074 gut. Ein Bufett ist aufgebaut, Musik spielt. Die Urne steht gut sichtbar unter dem Basketballkorb in der Turnhalle der «Schule 27» von Machatschkala im Kaukasus. Das Wahllokal 1074 wird nicht zu denen ­gehören, die am Abend skandalöse ­Bekanntheit erlangen. Das mag daran liegen, dass es keine Zwischenfälle gab. Oder daran, dass keine registriert ­wurden, weil auf den Plätzen der Wahlbeobachter nur Vertreter kremltreuer Parteien sitzen. Ausserdem steht hier eine elektronische Urne, die die Stimmzettel automatisch liest und am Ende des Tages das Ergebnis ausspuckt.

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