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710'000 Flüchtlinge haben EU-Grenzen überquert

«Noch nicht dagewesener Zustrom»: Innert neun Monaten sind Hunderttausende Flüchtlinge in die EU gekommen.

«Wir müssen uns beeilen, aber ohne Panik», sagt Tusk: Der senegalesische Präsident Macky Sall, EU-Ratspräsident Donald Tusk und der maltesische Premier Joseph Muscat (v.l) am EU-Sondergipfel.
«Wir müssen uns beeilen, aber ohne Panik», sagt Tusk: Der senegalesische Präsident Macky Sall, EU-Ratspräsident Donald Tusk und der maltesische Premier Joseph Muscat (v.l) am EU-Sondergipfel.
Keystone
Die Kälte der Nacht: Flüchtlinge versuchen sich in Griechenland draussen am Feuer zu wärmen. (9. November 2015)
Die Kälte der Nacht: Flüchtlinge versuchen sich in Griechenland draussen am Feuer zu wärmen. (9. November 2015)
AFP
Aufbruch: Eine grosse Gruppe von Flüchtlingen verlässt Budapest. (4. September 2015)
Aufbruch: Eine grosse Gruppe von Flüchtlingen verlässt Budapest. (4. September 2015)
AP
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Mehr als 710'000 Flüchtlinge haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres die Aussengrenzen der EU überquert. Das teilte die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Dienstag in Warschau mit. Vor allem die griechischen Inseln seien von einem «noch nicht dagewesenen Zustrom» betroffen. So seien etwa im gesamten vergangenen Jahr insgesamt lediglich 282'000 Flüchtlinge an den EU-Grenzen gezählt worden.

«Vor allem in Griechenland und Italien wird dringend Unterstützung benötigt, um die Neuankömmlinge zu registrieren und zu identifizieren», sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri, der bei der EU bereits mehr als 700 zusätzliche Grenzbeamte angefordert hatte.

600'000 kamen übers Mittelmeer

Das Mittelmeer überquerten bis Ende September rund 600'000 Migranten und Flüchtlinge, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf mitteilte. In Griechenland wurden 454'000 und in Italien 136'000 Personen registriert, in Spanien mehr als 3000.

Von den Flüchtlingen, die in Griechenland ankamen, war mehr als die Hälfte aus Syrien, die zweitgrösste Gruppe machten Afghanen aus, gefolgt von Irakern und Pakistanern.

204'000 Flüchtlinge in Ungarn

Während die Zahl der aus Libyen in Italien ankommenden Flüchtlinge wegen schlechterer Witterungsbedingungen im September um die Hälfte zurückging und auf 12'000 sank, erreichten im September 49'000 Flüchtlinge Griechenland. Die meisten von ihnen stammen nach Frontex-Angaben wiederum aus Syrien.

In Ungarn seien bis Ende September 204'000 Flüchtlinge an den Grenzen entdeckt worden – 13-mal so viele wie im gesamten Vorjahr.

Die Zahl der in diesem Jahr im Mittelmeer umgekommenen Bootsflüchtlinge ist nach Angaben von Helfern auf mehr als 3000 gestiegen. Man gehe von 3103 Menschen aus, die auf diesem Fluchtweg nach Europa ihr Leben verloren haben, sagte ein IOM-Sprecher in Genf. 2014 seien es 3200 Opfer gewesen.

SDA/woz

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