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... 46 Jahren: Der «publizistische Terror» erlangt seinen Höhepunkt

Am 10. Oktober 1962 wurde durch den «Spiegel»-Bericht «Bedingt abwehrbereit» die Pressefreiheit in Deutschland in Frage gestellt und dadurch die «Spiegel»-Affäre ausgelöst.

Deutschland 1962: Der kalte Krieg ist voll im Gang. Auch innerhalb Deutschlands gab es Spannungen. So weitet sich eine Fehde zwischen dem Verteidigungsminister Franz Josef Strauss (CSU) und Rudolf Augstein, dem Herausgeber des Politmagazins «Der Spiegel», immer weiter zu einer Regierungskrise aus.

Doch schon vor dem 10. Oktober 1962 gab es grössere Auseinandersetzungen zwischen den beiden. Augstein hielt Strauss für eine öffentliche Gefahr, die es aufzuhalten galt. Strauss, der bisher nichts gegen Augstein hatte ausrichten können, sah seine Chance gekommen, als in der «Spiegel»–Ausgabe 41/1962 der Artikel «Bedingt abwehrbereit» von Conrad Ahlers erschien. Ahlers stellte in seinem Artikel das Verteidigungskonzept von Strauss in Frage, das er durch unveröffentlichte Resultate des Nato–Manövers Fallex 62 stützte.

Einen Tag später erstattete der Staatsrechtler Friedrich August Freiherr von der Heydte gegen die «Spiegel»-Redaktion Anzeige wegen Landesverrats. Strauss hatte seinen Augstein da, wo er ihn haben wollte: im Gefängnis.

Nachdem die «Spiegel»–Redaktion vier Wochen von der Polizei in Beschlag genommen wurde, gingen vor allem Studenten auf die Strasse, um sich für die Pressefreiheit und Augstein stark zu machen.

«Bedingt abwehrbereit»: Hier kann der «Spiegel»–Artikel vom 10. Oktober 1962 gelesen werden: Spiegel-Artikel

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