«Du bist kein Muslim, Bruder!»

Videoaufnahmen zeigen, wie die Polizei den Angreifer in der Londoner U-Bahn überwältigte. Im Anschluss an die Attacke eroberte ein Hashtag die sozialen Netzwerke.

Aufnahmen aus der U-Bahn-Station Leytonstone. Video: Adrian Panholzer

Nach der Messerattacke vom Samstagabend in der Londoner U-Bahn-Station Leytonstone kursieren im Internet diverse Augenzeugenvideos. Auf den Aufnahmen sind Blutspuren auf dem Boden der U-Bahn-Station im Nordosten der Stadt zu sehen. Weiter zeigen sie die Szenen vor der Festnahme des Angreifers. Selbst als die Polizei bereits vor Ort ist, versucht der Mann noch immer auf Personen einzustechen. Ein Polizist ruft ihm zu: «Lassen Sie das Messer fallen.» Schliesslich müssen die Beamten mehrfach die Elektroschockpistole einsetzen, ehe der Angreifer überwältigt werden kann.

Auf einem späteren Video ist zu sehen, wie der Angreifer von den Polizisten auf den Boden gedrückt wird. Der Festgenommene gibt dabei unverständliche Sätze von sich. Ein Passant erwidert darauf: «Du bist kein Muslim, Bruder.» Später teilen in den sozialen Netzwerken Tausende Nutzer ihre Gedanken zum Attentat unter dem Hashtag #YouAintNoMuslimBruv (Du bist kein Muslim, Bruder).

«Das ist für Syrien»

Die Polizei war am Samstagabend kurz nach 19 Uhr zur U-Bahn-Station gerufen worden. Augenzeugen zufolge zog ein Mann zuvor ein etwa 7,5 Zentimeter langes Messer hervor und stach auf zwei Personen ein. Eine Person wurde dabei schwer verletzt. Ferner berichtete der TV-Sender Sky News unter Berufung auf weitere Augenzeugen, der Angreifer habe offenbar «Das hier ist für Syrien» gerufen. Weder die Polizei noch die Amateuraufnahmen können diese Aussagen jedoch bestätigen. Richard Walton, Chef der Anti-Terror-Polizei, erklärt später, dass man die Attacke «als terroristischen Vorfall» behandelt.

Der Angriff in der Schalterhalle ereignete sich drei Tage nachdem das britische Parlament grünes Licht für eine Beteiligung Grossbritanniens an den Luftangriffen gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) in Syrien gegeben hatte. Die Abgeordneten hatten dem Antrag von Premierminister David Cameron am Mittwochabend zugestimmt, und bereits am Donnerstagmorgen flog die britische Luftwaffe erste Angriffe.

adp/SDA

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