Zum Hauptinhalt springen

USA verurteilen brutalen Angriff auf Demonstranten in Bahrain

Die US-Regierung hat Bahrain zum Gewaltverzicht aufgerufen. Schwer bewaffnete Sondereinheiten hatten Demonstrationen mit äusserster Härte aufgelöst. Es gab vier Tote und fast 200 teils schwer Verletzte.

Gingen erneut gegen König Hamad bin Issa al-Chalifa auf die Strasse: Demonstranten in Manama. (3. Juni 2011)
Gingen erneut gegen König Hamad bin Issa al-Chalifa auf die Strasse: Demonstranten in Manama. (3. Juni 2011)
Reuters
König Hamad bin Issa al-Chalifa gerät immer mehr in Bedrängnis: Demonstranten ziehen erstmals vor den Regierungspalast (6. März 2011).
König Hamad bin Issa al-Chalifa gerät immer mehr in Bedrängnis: Demonstranten ziehen erstmals vor den Regierungspalast (6. März 2011).
AFP
Protest in luftiger Höhe: Der zentrale Platz in Manama ist fest in der Hand der Demonstranten. (15. Februar 2011)
Protest in luftiger Höhe: Der zentrale Platz in Manama ist fest in der Hand der Demonstranten. (15. Februar 2011)
Keystone
1 / 30

US-Präsident Barack Obama hat die Regierung des Golfstaats Bahrain zu einem Ende der Gewalt gegen Oppositionsdemonstranten aufgerufen. Auch jede andere Form der Repression gegen die «friedlichen» Demonstranten müsse unterbleiben, sagte Obamas Sprecher Jay Carney am Donnerstag in Washington.

Sicherheitskräfte hatten in der Hauptstadt Manama einen von Demonstranten besetzten Platz mit äusserster Gewalt geräumt. Dabei kamen nach Regierungsangaben drei Menschen ums Leben, 195 weitere wurden verletzt. Die Opposition sprach von vier Toten.

Nach Räumung des seit Montag besetzten Platzes patrouillierten erstmals Soldaten und Panzer in der Hauptstadt. Der Platz mit einem 90 Meter hohen, eine Perle darstellenden Monument war nach dem Ende der Proteste auf dem Kairoer Tahrir-Platz zu einem Zentrum der Protestbewegung in der arabischen Welt geworden.

Grossbritannien überprüft Waffenlieferungen

Die britische Regierung kündigte an, Rüstungslieferungen in den Golfstaat zu überprüfen. In den vergangenen Monaten erteilte Genehmigungen für Exporte würden gegebenenfalls wieder rückgängig gemacht, teilte das Aussenministerium in London mit. Derzeit würden Berichte über Menschenrechtsverletzungen geprüft. Die Exporte würden gestoppt, sollten sie interne Konflikte in Bahrain provozieren oder verlängern oder Repression erleichtern.

Die regionalen Verbündeten stellten sich dagegen auf die Seite von Bahrain. In einer Erklärung drückten die Aussenminister des Golfkooperationsrats am Donnerstagabend dem Emirat ihre «vollkommene Unterstützung» in den Bereichen «Politik, Wirtschaft, Sicherheit und Verteidigungspolitik» aus. Die Sicherheit der Staaten des Golfkooperationsrats sei eine «gemeinsame Verantwortung», Einmischungen von aussen würden nicht akzeptiert.

Dem Gremium gehören neben Bahrain Saudiarabien, die Vereinten Arabischen Emirate, der Oman, Qatar und Kuwait an. Die Aussenminister der Staaten waren zu einer Sondersitzung in Manama zusammengekommen.

EDA rät von Reisen nach Bahrain ab

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät seit Donnerstag von Reisen in den Golfstaat Bahrain ab. Es müsse mit weiteren gewaltsamen Auseinandersetzungen und einer Verschlechterung der Lage gerechnet werden, heisst es auf der Webseite des EDA.

Das Aussendepartement begründet den Schritt mit der gewaltsamen Auflösung der Kundgebungen der Opposition und dem Einsatz der Armee in dem Golfstaat. Auch bei Reisen in andere Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens rät das EDA derzeit zur Vorsicht.

Die Reisewarnung für Ägypten und Tunesien wurden dagegen entschärft. Badeorte am Roten Meer und an der tunesischen Küste gelten nicht mehr als gefährdet.

AFP/ sda/ dapd/pbe

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch