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Tunesischer Ex-Präsident Ben Ali liegt im Koma

Zine el Abidine Ben Ali liegt nach Angaben eines Vertrauten seit zwei Tagen im Koma. Er hat einen Schlaganfall erlitten.

Einen Monat nach seiner Flucht ist der ehemalige tunesische Präsident Zine el Abidine Ben Ali nach Angaben eines Vertrauten durch einen Schlaganfall ins Koma gefallen. Ben Ali liege seit Dienstag in einem Krankenhaus im saudiarabischen Dschiddah im Koma, sagte der Freund der Familie am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der 74-Jährige war nach 23 Jahren Herrschaft nach Massenprotesten aus seiner Heimat geflohen. «Er ist in einem kritischen Zustand», sagte der Freund der Familie Ben Alis in einem aus einem Golfstaat geführten Telefonat mit AFP.

Zuvor hatten bereits Gerüchte über die schlechte gesundheitliche Verfassung Ben Alis kursiert. Auf Anfrage hatte die tunesische Übergangsregierung am Donnerstag noch erklärt, sie wolle Berichte über eine Einweisung des Ex-Staatschefs ins Krankenhaus «weder bestätigen noch dementieren». Aus einer regierungsnahen Quelle verlautete hingegen, die Informationen zur Verschlechterung von Ben Alis Zustand «stimmten überein».

Behandlung unter falscher Identität

Die tunesische Tageszeitung «Le Quotidien» hatte am Donnerstag berichtet, dass Ben Ali einen Hirnschlag erlitten habe. Sie berief sich auf den französischen Blogger Nicolas Beau. Demzufolge wird Ben Ali aus Sicherheitsgründen unter der Identität eines «saudiarabischen Emirs» behandelt.

Ben Ali hatte sein Land 23 Jahre lang zunehmend autoritär regiert. Infolge von vierwöchigen Massenprotesten der Opposition musste der gestürzte Staatschef schliesslich am 14. Januar fliehen. Ben Ali wird via Interpol mit internationalem Haftbefehl gesucht, weil er sich illegal bereichert und Geld ins Ausland geschafft haben soll. Auch seine Frau Leila Trabelsi und weitere Familienangehörige sollen illegal ein Vermögen angehäuft haben. Die EU fror daher Anfang des Monats das gesamte Vermögen von Ben Ali, seiner Frau und 46 weiteren Familienangehörigen in allen Ländern der Europäischen Union ein.

AFP/pbe

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