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Moussa Koussa verlässt Grossbritannien

Der nach London geflohene frühere libysche Aussenminister Moussa Koussa reist nach Doha. Dort findet eine Konferenz der Libyen-Kontaktgruppe statt. Er möchte «Einblicke» zur Lage in Libyen geben.

Bemüht sich um gute Beziehungen: Ghadhafis ehemaliger Aussenminister, Moussa Koussa.
Bemüht sich um gute Beziehungen: Ghadhafis ehemaliger Aussenminister, Moussa Koussa.
Keystone

Der ins Exil geflohene libysche Ex-Aussenminister Moussa Koussa nimmt am Treffen der internationalen Kontaktgruppe zum Libyenkonflikt in Katar teil. Koussa werde Grossbritannien noch heute verlassen, um in das Golfemirat zu reisen, sagte eine Sprecherin des britischen Aussenministeriums in London. Auf seinem Programm stünden Treffen mit katarischen Regierungsvertretern und libyschen Vertretern. Sein Ziel sei es, den Gesprächspartnern «Einblicke» zur Lage in Libyen vor dem Kontaktgruppentreffen zu verschaffen.

Koussa war am 30. März nach London geflohen und hatte sein Amt als Aussenminister von Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi niedergelegt. Gestern warnte er in einem Interview mit dem Rundfunksender BBC davor, dass Libyen ein «neues Somalia» werden könne.

Gegen die libysche Teilung

«Ich rufe alle Parteien auf, zu verhindern, dass Libyen in einen Bürgerkrieg gestürzt wird», sagte er. Er sprach sich dabei auch gegen eine Teilung des Landes aus. «Die Einheit Libyens ist für jede Lösung wesentlich.»

Nach eigenen Angaben hat Moussa, der Ghadhafi vor der Übernahme des Aussenministeramtes im März 2009 anderthalb Jahrzehnte als Geheimdienstchef diente, keinen Kontakt mehr zur Führung in Tripolis.

Katar hilft den Rebellen

Der schwerreiche Ölstaat Katar hat eine diplomatische Vorreiterrolle in der Libyen-Politik eingenommen. Katar ist einer der ersten Staaten, der den libyschen Übergangs-Nationalrat offiziell anerkannt hat und wickelt im Auftrag der Rebellen auch Geschäfte mit libyschem Öl ab.

Die Kontaktgruppe war Ende März von der Londoner Libyen-Konferenz eingerichtet worden und trifft sich morgen in der katarischen Hauptstadt Doha. Die Gruppe soll die politischen Bemühungen zur Lösung des Konflikts in Libyen leiten und sich dabei eng mit den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der Afrikanischen Union, der Arabischen Liga und der Organisation der Islamischen Konferenz abstimmen.

SDA/lcv

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