Zu ihrer Hochzeit kommen Hillary Clinton und Beyoncé

Isha Ambani, die Tochter des reichsten Inders, heiratet. Mit dabei: Prominente und Milliardäre.

Die ehemalige US-Aussenministerin gilt als alte Freundin der Familie: Hillary Clinton (Mitte) mit Isha Ambani (links) und deren Vater Mukesha Ambani in Udaipur. (9. Dezember 2018)

Die ehemalige US-Aussenministerin gilt als alte Freundin der Familie: Hillary Clinton (Mitte) mit Isha Ambani (links) und deren Vater Mukesha Ambani in Udaipur. (9. Dezember 2018)

(Bild: zvg)

Edgar Schuler@Edgar_Schuler

Es ist eine dicke, fette indische Hochzeit: Isha Ambani, Tochter des reichsten Inders Mukesh Ambani (geschätztes Vermögen: umgerechnet 40 Milliarden Franken), heiratet Anand Piramal, Sohn eines Immobilienmoguls (im Vergleich bescheidene 4,5 Milliarden). Die private Grossveranstaltung schlägt Rekorde, angefangen beim Verkehr auf dem Flughafen Mumbai. Innerhalb von 24 Stunden gab es 1007 Flugbewegungen, so viele wie nie zuvor in seiner Geschichte. Darunter waren zahllose Privatflüge des indischen und internationalen Geldadels von und nach Udaipur, wo die Vorhochzeitsparty stattfand.

Dort sang Popstar Beyoncé, die für private Auftritte zwei Millionen Franken oder mehr verrechnet, dazu tanzte Hillary Clinton, die als alte Freundin der Familie gilt. Ihr Mann Bill hatte als US-Präsident den Patriarchen des Clans und Grossvater der Braut, Dhirubhai Ambani, mehrfach getroffen. Ausserdem unter den Gästen: zahlreiche Bollywood-Stars und Mitglieder des Bollygarchen-Establishments, indischer Familien, die im Zuge der wirtschaftlichen Öffnung des Landes märchenhaft reich geworden sind.

Verrechnet für einen privaten Auftritt zwei Millionen Franken oder mehr: Popstar Beyoncé unterwegs zu Ambanis Vorhochzeitsparty in Uidapur. (9. Dezember 2018) (Bild: AP Photo/Rohit Kothari)

Dabei ist Indien trotz phänomenalem Wirtschaftswachstum immer noch ein bitterarmes Land. Ein abnehmender, aber nach wie vor erheblicher Teil der 1,2 Milliarden Inderinnen und Inder hungern oder leben von weniger als zwei Franken pro Tag. Gleichzeitig wurden in Indien mehr Unternehmer so schnell so unbeschreiblich reich als in jedem anderen Land. Vor zwei Jahren hatten es bereits 86 Inder in die Milliardärsliste der Kapitalisten-illustrierten «Forbes» geschafft. Zum Vergleich: China hatte zum selben Zeitpunkt seiner wirtschaftlichen Entwicklung – gemessen am Volkseinkommen – erst 10 Milliardäre vorzuweisen.

Mukesh Ambani ist dabei nicht nur der reichste, sondern auch der unverfrorenste, risikofreudigste und flamboyanteste der Bollygarchen. Er hat das auf dem Ölhandel beruhende Vermögen seines Vaters dank gewagter Investitionen, unter anderem ins rasant wachsende Mobiltelefoniegeschäft, vervielfacht. Augenfälligster Ausdruck von Ambanis Reichtum ist sein Haus: Ein Wolkenkratzer, der sich 173 Meter über die Slums von Mumbai aufschwingt. 6 der 27 Stockwerke sind allein für die Autos des Tycoons und seiner Familie reserviert.

Tochter Isha, eines von Ambanis drei Kindern, erfüllt alle Klischees der Erbin eines der reichsten asiatischen Clans. Ausgebildet an den amerikanischen Eliteuniversitäten Yale und Stanford, machte sie ihre erste Berufserfahrung beim Beratungsunternehmen McKinsey. Sie sitzt in mehreren Verwaltungsräten des Firmenkonglomerats ihrer Familie und hat auch bereits ihr eigenes Online-Mode-Start-up gegründet.

Jetzt, mit 27 Jahren, kommt die Heirat mit einem anderen Milliardärsspross dazu. Anand Piramal hat ebenfalls beste US-Universitäten besucht und arbeitet im Immobiliengeschäft seines Vaters mit. Die Familien kennen sich schon lange, man berät sich gegenseitig geschäftlich und privat. Die Beziehungen sind eng in der indischen Milliardärskaste. Man kittet und zementiert sie gern mit Hochzeiten, bei denen es an reichen und einflussreichen Freunden nicht fehlen darf.

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