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«Vorwärts zum Endsieg»

Demonstratives Selbstbewusstsein nach dem missglückten Raketenstart: In seiner Rede rief der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un die Bevölkerung zu neuen Kampfanstrengungen auf.

Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-sung in Nordkorea: Kim Jong-un (Mitte) salutiert, während der nominelle Staatschef Kim Yong-nam (2. v. r.) applaudiert. (15. April 2012.) (Bild: Videostandbild der Agentur KRT / AP Photo)
Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-sung in Nordkorea: Kim Jong-un (Mitte) salutiert, während der nominelle Staatschef Kim Yong-nam (2. v. r.) applaudiert. (15. April 2012.) (Bild: Videostandbild der Agentur KRT / AP Photo)
Keystone
«Die Überlegenheit bei militärischer Technologie ist nicht länger ein Monopol der Imperialisten», sagte Kim Jong-un. (15. April 2012)
«Die Überlegenheit bei militärischer Technologie ist nicht länger ein Monopol der Imperialisten», sagte Kim Jong-un. (15. April 2012)
Keystone
Nordkorea sei zur Zusammenarbeit mit jedem bereit, der eine Wiedervereinigung anstrebe, sagte Kim Jong-un. Hier winkt er von der Terrasse aus zur Parade hinunter. (15. April 2012)
Nordkorea sei zur Zusammenarbeit mit jedem bereit, der eine Wiedervereinigung anstrebe, sagte Kim Jong-un. Hier winkt er von der Terrasse aus zur Parade hinunter. (15. April 2012)
AFP
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Zwei Tage nach dem fehlgeschlagenen Raketenstart hat Nordkoreas neuer Staatschef Kim Jong-un das darbende Land zu neuen Kraftanstrengungen aufgerufen. Dies sagte er in seiner ersten öffentlichen Rede. Anlass dazu bot die Parade zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-sung.

«Vorwärts zum Endsieg», rief Kim heute vor Zehntausenden jubelnden Menschen in Pyongyang. Im Interesse des Primats des Militärs und des weiteren Aufbaus des Landes sei die Stärkung der Armee erforderlich.

Würdigung an seinen Vater

In seiner mit monotoner Stimme verlesenen 20-minütigen Rede würdigte der Machthaber seinen Grossvater Kim Il-sung und seinen unlängst verstorbenen Vater Kim Jong-il als «Gründer und Erbauer unserer revolutionären Streitkräfte».

Die Nordkoreaner müssten das Ziel verfolgen, «einen mächtigen und wohlhabenden sozialistischen Staat zu errichten», sagte Kim Jong-un, der in den vergangenen Tagen mit weiteren Ämtern zum dritten Staatsführer aus der Kim-Familie aufgebaut wurde.

Während sein Vater Reden in der Öffentlichkeit gemieden hatte, trug Kim Jong-un einen umfangreichen, vorbereiteten Redetext vor. Nordkoreas Armee, mit 1,2 Millionen Mann die viertgrösste der Welt, könne «jeden Feind schlagen», sagte er. Auf den missglückten Raketenstart vom Freitag ging er nicht ein.

Viele Medienleute zugelassen

Kim Jong-un nahm die Parade inmitten der nordkoreanischen Generalität ab. Tausende Soldaten präsentierten bunte Karten mit dem Namen Kim Jong-uns sowie der Parole «stark und wohlhabend».

Südkoreanischen Medien zufolge wurde beim rund zweistündigen Aufmarsch der Streitkräfte vom Sonntag auch eine neue Rakete gezeigt, die grösser als die Vorgängertypen zu sein schien und möglicherweise 6000 Kilometer weit fliegen kann.

Zu den Feierlichkeiten vom Wochenende waren ungewöhnlich viele Akkreditierungen für ausländische Medienleute ausgestellt worden. Zwei Monate lang wurde Pyongyang von Tausenden Arbeitern herausgeputzt.

Südkoreanischer Protest

Die Feierlichkeiten fanden bei strahlendem Sonnenschein statt, Tausende Soldaten mit roten Fahnen paradierten in perfektem Gleichschritt. Die Zivilpersonen winkten mit Papierblumen in den Farben Rot, Gelb und Weiss oder auch mit den nordkoreanischen Blumenzüchtungen Kimjongilia in Rot oder Kimilsungia in Rosarot.

Die Feiern dauerten mehrere Tage, unter anderem wurden am Freitag in Pyongyang grosse Statuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il enthüllt.

Südkoreanische Kritiker des stalinistischen Sozialismus im Norden liessen an der Grenze Ballons mit 200'000 Flugblättern aufsteigen. Darauf kritisierten sie den kostspieligen Raketenstart, während zugleich ein Grossteil der Bevölkerung Nordkoreas Hunger leide. Die drei Machthaber aus der Kim-Familie wurden als «die drei führenden Verräter» des Landes bezeichnet.

Machtübergabe vollzogen

Am Freitag war Kim Jong-un zum «ersten Vorsitzenden» des Verteidigungsausschusses ernannt worden. Mit dem neuen Amt wurde der Prozess der Machtübergabe nach dem Tod Kim Jong-ils abgeschlossen.

Kim Jong-un ist damit nicht nur Vorsitzender des höchsten beschlussfassenden Gremiums des kommunistischen Staates, sondern auch oberster Befehlshaber der Streitkräfte und Generalsekretär der Kommunistischen Partei.

Am Samstag ernannte er 70 Offiziere zu Generälen. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap soll mit den Beförderungen die Führungsspitze der Armee verjüngt werden.

SDA/rub/mrs

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