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Vollstrecker des göttlichen Willens

Der Islam wird in Südostasien zunehmend doktrinär. Um Eiferern zuvorzukommen, führt der Sultan von Brunei die Scharia lieber gleich selbst ein. In Indonesien gefährdet die Intoleranz das Zusammenleben.

Frommer und konservativer geworden: Betende Frauen in der Istiqal-Moschee in Indonesiens Hauptstadt Jakarta.
Frommer und konservativer geworden: Betende Frauen in der Istiqal-Moschee in Indonesiens Hauptstadt Jakarta.
Dita Alangkara, Keystone

Eigentlich hat er alles, was er braucht: Der Sultan von Brunei ist Herrscher über ein Reich, das zwar klein ist, aber dank seiner Öl- und Gasreserven gewaltige Reichtümer angehäuft hat. Das Vermögen des Sultans, der seit 1967 regiert, wird auf einen zweistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Er residiert in einem Palast mit 1778 Zimmern und muss sich keinen Wahlen stellen. Niemand rüttelt an seiner Macht. Und doch scheint Hassanal Bolkiah noch etwas zu fehlen, um sein islamisches Reich auf der Westseite der Insel Borneo zu vollenden: ein strenges islamisches Strafrecht. So will Brunei jetzt die Anwendung der Scharia ausweiten. Das Regelwerk soll Schritt für Schritt in Kraft treten, kündigte der Sultan vergangene Woche an. Menschenrechtler sind entsetzt, denn damit drohen drakonische Strafen. In Brunei kann es nun künftig passieren, dass verurteilte Ehebrecher gesteinigt werden und dass man Dieben die Hand abhackt.

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