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UNO-Sicherheitsrat verurteilt Kims Atomtest

Nordkorea soll für seinen jüngsten Atomtest bestraft werden. Der UNO-Sicherheitsrat kündigte weitere Sanktionen gegen Pyongyang an.

Bespricht sich mit seinen Wissenschaftlern: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. (Archivbild)
Bespricht sich mit seinen Wissenschaftlern: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. (Archivbild)
Korean Central News Agency, Keystone

Der UNO-Sicherheitsrat hat den erneuten Atomtest Nordkoreas «scharf verurteilt» und weitere Sanktionen gegen Pyongyang angekündigt. Das Gremium werde «unverzüglich damit beginnen», einen Resolutionsentwurf mit angemessenen Massnahmen zu erarbeiten, sagte Neuseelands UNO-Botschafter Gerard van Bohemen, dessen Land derzeit den Ratsvorsitz innehat, nach einer Dringlichkeitssitzung in New York am Freitag.

In einer einmütig beschlossenen Erklärung kündigen die 15 Sicherheitsratsmitglieder an, nach Artikel 41 der UNO-Charta «unverzüglich» angemessene Massnahmen zu erarbeiten und eine Resolution zu formulieren. Artikel 41 regelt die Möglichkeiten gewaltloser Massnahmen, das sind insbesondere Wirtschafts- und Handelssanktionen.

Erdstösse der Stärke 5,3

Am Freitagmorgen hatten Erdbebenwarten Erdstösse der Stärke 5,3 im Bereich des nordkoreanischen Atomtestgeländes Pyunggye-Ri registriert. Dort hatte Nordkorea im Januar nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet. In den folgenden Monaten setzte sich das Land immer wieder mit Raketentests über ein internationales Verbot hinweg. Nordkorea teilte mit, bei dem Test am Freitag sei ein «neu entwickelter Atomsprengkopf» erfolgreich gezündet worden.

Der südkoreanischen Regierung zufolge handelte es sich um den bislang stärksten Atomwaffentest Nordkoreas. Dem Verteidigungsministerium in Seoul zufolge wurde eine Detonationsstärke von rund zehn Kilotonnen gemessen. Die bislang heftigste Explosion war im Februar 2013 mit sechs bis neun Kilotonnen registriert worden. Die Atombombe, die 1945 über dem japanischen Hiroshima abgeworfen worden war, hatte eine Sprengkraft von rund 15 Kilotonnen.

Sanktionen gefordert

Der neuerliche Atomtest wurde international einhellig verurteilt – selbst Nordkoreas engster Verbündeter China reagierte empört. US-Präsident Barack Obama drohte der Führung in Pyongyang mit neuen Sanktionen. Auch Frankreich forderte vor der Dringlichkeitssitzung eine neue Resolution und die Verhängung weiterer Strafmassnahmen gegen das isolierte kommunistische Land. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte eine «angemessene» Reaktion des Sicherheitsrates angemahnt.

Der chinesische UNO-Botschafter Liu Jieyi betonte nach dem Ende der Dringlichkeitssitzung die Notwendigkeit, gemeinsam auf eine atomwaffenfreie Koreanische Halbinsel hinzuarbeiten. Beide Seiten müssten jede Provokation vermieden. Zu möglichen Sanktionen gegen Nordkorea äusserte er sich hingegen nicht. Peking ist der wichtigste Verbündete Pyongyangs.

Nordkorea verfügt über mehrere Atomsprengköpfe

Seit dem ersten Atomwaffentest 2006 hat der UNO-Sicherheitsrat mehrere Runden scharfer Strafmassnahmen verhängt, doch hielten sie das international ohnehin völlig isolierte Land nicht davon ab, immer wieder Atombomben und Raketen zu testen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte bereits im März verkündet, dass das Land die Entwicklung kleinerer Atomsprengköpfe standardisiert habe. Experten sind sich einig, dass Nordkorea über mehrere Atomsprengköpfe verfügt. Bislang wurde die Fähigkeit des Landes, eine Interkontinentalrakete mit einem Atomsprengkopf zu bestücken, allerdings angezweifelt. Ob bei dem nun erfolgten Test tatsächlich ein verkleinerter atomarer Sprengkopf eingesetzt wurde, ist Experten zufolge allein anhand der seismologischen Daten kaum zu überprüfen.

AFP/chk

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