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Trump sabotiert Annäherung

Der US-Präsident scheint die Bemühungen Seouls, Nordkorea und die USA an einen Tisch zu bringen, nicht ernst zu nehmen.

Kürzlich fragte eine Tageszeitung in Seoul: «Betrachtet Trump Südkorea wirklich noch als Verbündeten?» Statt den südkoreanischen Staatschef Moon Jae-in in seinem Bemühen um eine friedliche Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea zu unterstützen, zettelt US-Präsident Donald Trump ausgerechnet jetzt einen Handelskrieg mit Seoul an. Zudem will er das Freihandelsabkommen mit Südkorea so umverhandeln, dass es keines mehr ist.

Nordkorea zeigt sich deutlicher gesprächsbereit als je zuvor. Diktator Kim Jong-un hat sich explizit hinter die Annäherung an Südkorea gestellt. Das wagte sein Vater während der sogenannten Sonnenscheinpolitik nie, dem vorigen innerkoreanischen Tauwetter. Würde die Initiative scheitern, bedeutete das für Kim einen Gesichts- und Autoritätsverlust. Das darf im Totalitarismus eigentlich nicht sein. Am Montag empfängt Kims Regime Südkoreas Spionagechef in Pyongyang. Das war vor einem Monat undenkbar.

Trump jedoch scheint Seoul wenig ernst zu nehmen. Während Südkoreas Präsident Moon – auch gegen Widerstand im eigenen Land – das schier Unmögliche versucht, lässt Trump ihn hängen. Indem er sich ständig widerspricht und keine Linie erkennen lässt, sabotiert er Moons Versuch, Nordkorea und die USA an den Verhandlungstisch zu bringen.

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